Dystopie aus der Petrischale – Eckhart Nickels Roman Hysteria

Die Himbeere als zentrales Motiv in Nickels Hysteria. Bild: CCO pixabay

Es beginnt harmlos: Sonderbar aussehende Himbeeren ziehen die Aufmerksamkeit des Protagonisten Bergheim auf sich. Ausgerechnet in der unscheinbaren heimischen Frucht sieht er mit Hilfe seiner bemerkenswerten Imagination unheilvolle Geschehnisse voraus.

Er sah grässliche Spinnenköpfe aus den Himbeeren herausspähen, das Wachstum des Fruchtfleisches, zuvor Beweis für die wunderbare Vermehrung der Natur, erschien ihm nun als gefährliches Wuchern, bösartige Fruchtzellen, die sich unentwegt teilten und der Welt feindlich entgegenwuchsen, um sie zu beherrschen und am Ende zu vernichten.

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Fundstück: Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete Inger-Maria Mahlkes »Archipel« als den besten Roman des Jahres mit dem Deutschen Buchpreis 2018 aus. In »Archipel«, erschienen bei Rowohlt, schildert Mahlke das Leben drei sehr unterschiedlicher Familien auf Teneriffa. Das Besondere dabei: die Geschichte wird rückwärts von der Gegenwart bis ins Jahr 1919 erzählt. In ihrer Begründung lobte die Jury Mahlkes genaue und stimmige Erzählweise.

Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen.

Zur Jury des Deutschen Buchpreises gehörten dieses Jahr: Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog »Kaffeehaussitzer«), Christine Lötscher (freie Kritikerin), Marianne Sax (Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld). Seit Einführung des Preises sind erstmals mehr Frauen als Männer unter den nominierten Autor*innen gewesen. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen, von der Digitur noch ausführlich berichten wird.

Fundstück: Lesekreise für den Deutschen Buchpreis 2018

Für den Deutschen Buchpreis können nun auch ausgewählte Lesekreise die Longlist besprechen. Bild: https://www.deutscher-buchpreis.de

Der Deutsche Buchpreis wird in diesem Jahr am 8. Oktober verliehen. Bereits seit Februar stehen die sieben Jurymitglieder fest. Nun können auch Lesekreise die Longlist des Buchpreises besprechen, denn zum ersten Mal haben fünf Lesekreise die Möglichkeit offizieller Lesekreis des Deutschen Buchpreises zu werden. Gesucht werden Lese- und Literaturkreise für Erwachsene, die sich seit mindestens einem Jahr regelmäßig treffen und über Literatur austauschen. Interessierte Gruppen können sich bis zum 27. Mai bewerben.

Nachdem am 14. August die Nominierten bekannt gegeben werden, erhalten die fünf ausgewählten Kreise das Longlist-Lesebuch, welches Auszüge aus allen 20 Titeln enthält. Zudem besteht die Möglichkeit kostenlos nominierte Titel zu bestellen. Voraussetzung für die Teilnahme ist außerdem, dass die Lesekreise bis Weihnachten 2018 einen Beitrag zu ihren Aktivitäten rund um die nominierten Titel veröffentlichen. Die Form der Veröffentlichung können die Kreise selbst frei wählen. Das können beispielsweise eine Buchkritik für den Deutschen Buchpreis Blog, eine Rezension auf der eigenen Website oder Posts für die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises sein.

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen sowie die Bewerbungsanschrift sind der Website des Deutschen Buchpreises zu entnehmen.