Fundstück: „Die Zukunft der deutschen Literatur“

Was beschäftigt die Autoren von morgen? Welche Art von Literatur wünscht sich der Nachwuchs für die Zukunft und welche Funktionen sollte sie für die jungen Schriftsteller erfüllen? Die Online-Plattform ze.tt hat beim diesjährigen Treffen junger Autoren im Rahmen der Berliner Festspiele einmal nachgefragt. Darüber hinaus geben Felice Christina Lohmann (14), Rahmatullah Hayat (18), Lukas Rietzschel (21) und Nefeli Kavouras (19) auf ze.tt in vier kurzen Clips Kostproben aus ihren eigenen Texten.

„Find your own voice!“
Beim Spitalfields Life Blog-Kurs

Spitalfields Life
CC BY-NC-SA 4.0 Katharina Graef

Spitalfields im Osten Londons steht heute für Trends in Sachen Mode und Lifestyle. Dass das nicht immer so war, dokumentiert The Gentle Author auf Spitalfields Life, einem Blog, das seit sechs Jahren täglich über das East End berichtet. Zwei Tage lang gab er/sie [der Blogger/die Bloggerin legt Wert auf Anonymität] einen Kurs mit dem Titel „How to write a blog that people will want to read“. Digitur Redakteurin Katharina war dabei und ist nun auf der Suche nach ihrer individuellen Blogger-Stimme. Weiterlesen „„Find your own voice!“
Beim Spitalfields Life Blog-Kurs“

Fundstück: Wort um Wort zum Mosaik-Roman

Zitate
Thomas von Steinaecker. Zitate aus seinem Essay zum Erzählexperiment „Zwei Mädchen im Krieg“.

Diesen Fragen stellt sich Schriftsteller und Journalist Thomas von Steinaecker nicht allein. In einem Erzählexperiment ruft er neun AutorInnen dazu auf, gemeinsam an einem Roman im Onlinemagazin Hundertvierzehn des S. Fischer Verlags zu schreiben. In „Zwei Mädchen im Krieg“ geht es um zwei Wiener Teenager, die als IS-Kämpferinnen nach Syrien in den Kampf gezogen sind. Jede Woche schreiben drei neue AutorInnen, der Rest darf kommentieren. Mosaikartig soll so eine Geschichte entstehen, die vielschichtige Perspektiven einnimmt und multimediale Inhalte einbaut. Seit zwei Tagen stehen die ersten Texte online und jeden Tag kann etwas Neues hinzukommen. Interessanterweise hat bisher keiner der Autoren aus der Perspektive eines der Mädchen geschrieben. Es sind Protokolle, Gespräche, Aktennotizen, die vom Aufbruch der Mädchen erzählen. Wird sich das nächste Woche ändern?
Im März soll das fertige Projekt auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden. In gedruckter Version wird es „Zwei Mädchen im Krieg“ nicht geben.

Fundstück: Tausend Tode schreiben

Einige tabuisieren ihn, versuchen ihn zu verdrängen. Manche haben bereits geliebte Menschen an ihn verloren. Andere beschäftigen sich beruflich mit ihm. Den meisten jedoch begegnet er wohl fast tagtäglich in den Nachrichten: der Tod.

1000 der subjektiven Wahrnehmungen des Todes von 1000 Autoren will Digitalverlegerin Christiane Frohmann in dem E-Book „Tausend Tode schreiben“ festhalten. In seiner Gesamtheit als „transpersonaler Metatext“ soll er dann Aufschluss über den Umgang mit dem Sterben in unserer heutigen Gesellschaft geben. Hierfür hat Christiane Frohmann dazu aufgerufen, ihr kurze Texte von maximal 3000 Zeichen, ganz gleich welcher Art, zukommen zulassen. Die 1000 Beiträge werden jedoch nicht alle auf einmal publiziert. In vier Etappen sollen sie herauskommen. Die beiden ersten Versionen sind mit 246 Texten bereits erschienen. Die nächste Fassung kommt am 13. Februar heraus und die letzte wird voraussichtlich zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht. Bezahlen müssen die Leser jedoch nur die erste Version. Danach aktualisiert sich das E-Book automatisch. Die Autor- und Herausgeberanteile des Erlöses werden an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow gespendet.

Zu den Autoren zählen u.a. bereits Nadine Kegele, Leander Wattig, Zoë Beck und Stefan Mesch. Letzterer hat seinen Text „Inventar“ auch gelesen. Stefan Mesch thematisiert darin den „digitalen Nachlass“ und die Frage, wie die hinterlassenen Dinge zu den richtigen Menschen gelangen:

„Die Natur des Textes selbst wandelt sich.“ Wissenschaftliches Publizieren in einer digitalen Welt

digital humanities im deutschsprachigen raum
Der Verband DHd – „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“

Wie kann man die Potenziale digitaler Medien für das wissenschaftliche Arbeiten optimal nutzen? Oder konkreter gefragt: Wie könnte das digitale Publizieren eine bessere wissenschaftliche Praxis fördern? Diese wichtigen Fragen, an denen weltweit viele Forscherinnen und Forscher theoretisch und praktisch arbeiten, werden auch im deutschsprachigen Raum intensiv bearbeitet. Einer der wichtigsten Akteure ist der noch junge Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, der 2012 gegründet wurde und in wenigen Wochen in Graz seine zweite Jahrestagung begehen wird.

Auf der ersten Jahrestagung, die im März 2014 in Passau stattfand, wurden verschiedene AGs eingerichtet, die sich intensiver mit wichtigen Fragen der Digital Humanities beschäftigen sollten, eine davon hat sich im letzten Jahr unter der Leitung von Dr. Thomas Stäcker (stv. Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel) zum Thema „Digitale Publikationen“ formiert. Vor wenigen Tagen hat die AG nun ihr vorläufiges Arbeitspapier zur Zukunft des digitalen Publizierens in der Wissenschaft, insbesondere in den Digital Humanities, vorgelegt, das Weiterlesen „„Die Natur des Textes selbst wandelt sich.“ Wissenschaftliches Publizieren in einer digitalen Welt“

Plagiatsplattformen als Avantgarde? Zur Zukunft des digitalen Publizierens in den Geisteswissenschaften

Screenshot Videos DHd2014
Kontroverse Diskussionen bei der ersten
Konferenz des DHd in Passau

„Historic man may turn out to have been literate man. An episode.“  Marshall McLuhan, 1953

Die Potenziale der digitalen Medien für das geisteswissenschaftliche Arbeiten werden immer stärker genutzt und reflektiert. Ein guter Beleg für diese Veränderungen ist der Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd), Weiterlesen „Plagiatsplattformen als Avantgarde? Zur Zukunft des digitalen Publizierens in den Geisteswissenschaften“

Fundstück: Online-Autor*innenlexikon der Gegenwart

Schon einige Autor*innen der Gegenwart umfasst    das Online-Lexikon und es wächst weiter. CC-BY-NC-SA 4.0 Sabrina Jaehn
Schon einige Autor*innen der Gegenwart umfasst das Online-Lexikon und es wächst weiter.
CC-BY-NC-SA 4.0 Sabrina Jaehn

Welcher Student kennt die Suche nach passender Literatur für Hausarbeiten nicht? Für alle, die sich mit zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur, Filmen oder Theater beschäftigen, könnte sich ein Blick in das entstehende Autor*innenlexikon der Gegenwart von  Studierenden und Promovierenden der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Dr. Corinna Schlicht lohnen. Hier findet man Artikel über Autor*innen und ihre Werke inkl. Presse- und Forschungsspiegel sowie Sekundärliteratur auf einen Blick per Mausklick.

Fundstück: Webprojekt „Verbrannte und Verbannte“

Berlin_DenkmalBuecherverbrennung
Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung, Bebelplatz (Berlin). Bild: Daniel Neugebauer, CC-BY-SA-2.5

Beim ersten deutschen Kultur-Hackathon „Coding Da Vinci“ in Berlin Anfang Juli kürte eine fünfköpfige Jury Projekte, die sich der Aufgabe stellten, Kulturwissen digital aufzuarbeiten. 16 Kulturinstitutionen öffneten ihre Datenbanken, 17 Teams machten sich an die Arbeit. In der Kategorie „most useful“ gewann das Projekt „Verbrannte und Verbannte“.  Auf visuell anspruchsvolle und aufwendige Weise werden hier tausende Titel der „Schwarzen Liste“ der Nationalsozialisten in kleinen digitalen Kunstwerken abgebildet.

„Eines Tages, Baby“: PoetrySlam-Shootingstar Julia Engelmann erobert den Buchmarkt

"Eines Tages, Baby" von Julia Engelmann
„Eines Tages, Baby“
von Julia Engelmann

Dass die PoetrySlam-Szene in Deutschland seit Jahren pulsiert und sich immer größerer Beliebtheit erfreut, ist nicht neu. Längst werden die selbstgeschriebenen Texte der jungen Slamerinnen und Slamer nicht mehr nur beim literarischen Dichterwettstreit vorgetragen, sondern können auch in traditioneller Buchform erstanden werden. Mit „Eines Tages, Baby“ hat PoetrySlam-Shootingstar Julia Engelmann, die einst durch ein YouTube-Video bekannt wurde, nun auch ihr erstes Werk veröffentlicht ­– und schaffte damit den Sprung vom Internetphänomen zur gedruckten Autorin.

Weiterlesen „„Eines Tages, Baby“: PoetrySlam-Shootingstar Julia Engelmann erobert den Buchmarkt“

Das East End am Bildschirm erleben – Urban Journalism digital

284084730_02b113e4f1_z
the gentle author bloggt im und über das East End CC BY-NC 2.0 Ville Miettinen

Immer mehr Blogs beschäftigen sich mit klar abgegrenzten urbanen Räumen. Eines davon ist Spitalfields Life, das Historie und alltägliches Leben in Londons East End dokumentiert und so selbst zu einem Stück britischer Geschichtsschreibung geworden ist. Weiterlesen „Das East End am Bildschirm erleben – Urban Journalism digital“