The Princess and the Fox: Künstliche Intelligenz kreiert Märchen

KI erschafft Prinzessin und Fuchs – was mag noch kommen?, Bild: CCO pixabay

Once upon a time, there was a golden horse with a golden saddle and a beautiful purple flower in its hair. The horse would carry the flower to the village where the princess danced for joy at the thought of looking so beautiful and good […],

spricht die beruhigende, sehr markante und tiefe Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Erik Braa und eine insgesamt 15 Minuten lang andauernde Online-Märchen-Lesung beginnt.  Das ist nichts Neues, da viele ihre CD-Spieler und Radios längst durch Onlineversionen der Audio-Wiedergabe ersetzt haben. Neu ist allerdings, dass das Märchen The Princess and the Fox im Gegensatz zu anderen Erzählungen aus dem Jahre 2018 stammt und weder mündlich überliefert noch allein von Menschenhand niedergeschrieben wurde. Weiterlesen „The Princess and the Fox: Künstliche Intelligenz kreiert Märchen“

Fundstück: Start der 18. lit.COLOGNE

Am 7. März wird in der Domlesung Dostojewskis ›Großinquisitor‹ vorgelesen. Bild: Ralf Jürgens

Vom 6.-17. März haben Bücherfreunde wieder die Gelegenheit am vielfältigen Programm der lit.COLOGNE, dem internationalen Literaturfest in Köln, teilzunehmen. Den Auftakt bildet wie jedes Jahr die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises. Unter den insgesamt 191 Veranstaltungen sind Lesungen und Themenabende mit deutschsprachigen und internationalen Autoren wie Håkan Nesser, Ian McGuire und Minette Walters. Ein außergewöhnliches Erlebnis wird Klaus Maria Brandauers Lesung im Kölner Dom, bei der er Fjodor Dostojewskis Großinquisitor vorlesen wird. Im Vordergrund der 18. lit.COLOGNE steht diesmal die Inklusion: In einem Pilotprojekt soll ein besonderes Angebot für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Auch Kinder und Jugendliche kommen beim Programm der lit.kid.COLOGNE nicht zu kurz.

Neuerung ist dieses Jahr die lit.COLOGNE-App. Sie bietet, neben einer Programmübersicht, eine Kalender- und Push-Funktion. Außerdem wird es erstmals einen NetCologne Livestream geben, über den man sich die Lesung von Ranga Yogeshwar und Christoph Keese ansehen kann. Kurzentschlossene sollten sich beim Ticketkauf beeilen, denn viele der Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Storytelling via Messenger

Screenshot „last seen online“. Bild: CC BY-SA 4.0 Theresa Müller

Amy Morris feiert ihren 26. Geburtstag. Sie trinkt viel mit Freunden. Plötzlich verschwindet sie aus dem Club. Wenige Tage später wird sie tot in einem Park gefunden.

Das könnte der Beginn eines Krimis oder einer Serie sein, es ist jedoch der Beginn einer Story, die über das Smartphone erzählt wird. Diese arbeitet mit Medien und Tools, denen wir eher selten bei literarischen Erzählungen begegnen. Last seen online (so der Titel, der eigentlich schon die Story auf den Punkt bringt) ist eine „real-time story“, die über einen Messenger erzählt wird. Genau genommen ist es eine App, die im November 2016 auf den Markt kam, deren Display an einen Messenger erinnert. Die LeserInnen bzw. UserInnen erhalten nach Download der App sieben Tage lang Nachrichten von Amys Freunden, Bekannten und ihrer Familie. Ihnen wird damit simuliert Amys Handy zu besitzen. Doch das eigentlich Interessante an dieser Story sind die Mittel, mit denen Literatur (von einem breiten Begriff der Literatur ausgehend) vermittelt wird. Weiterlesen „Storytelling via Messenger“

Der Countdown läuft

Wir wünschen all unseren LeserInnen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bild: CC0 Pixabay.

Seid ihr schon die Stunden und Minuten des alten Jahres am Zählen? Bevor wir ins neue Jahr starten, haben wir noch ein paar Tipps für den perfekten Countdown, Vorhersagen für 2018 und den pünktlichen Neujahrgruß zusammengestellt.

Die klassische Countdown-App, die sekundengenau auf Neujahr zählt, gibt es im Google Play Store unter Silvester Countdown oder für iOS New Years Countdown Clock. Wer sich jetzt schon die Zukunft deuten lassen möchte, kann sich Unterstützung beim Bleigießen mit den Apps Bleigießen (Android) oder New Year’s Oracle (iOS) holen. Und wer endlich den pünktlichen Neujahrsgruß loswerden möchte, dem empfehlen wir Timer-Apps, mit denen vorab geschriebene Texte exakt zu einem festgelegten Zeitpunkt verschickt werden können. Funktioniert allerdings nur als SMS mit Do It Later (Android)/ SMS Scheduler (iOS).

Wir wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Chantal Otterbein

Ich verliere die Lust am Lesen

Nehmt Euch wieder mehr Zeit zum Lesen! Bild: Pixabay CC0

Neulich wurde ich wieder einmal zu einem Speed-Reading-Workshop an der Uni eingeladen, um zu lernen, noch mehr Text in noch kürzerer Zeit zu lesen. Als Studentin der Geisteswissenschaften muss ich jede Menge Texte lesen, auf der Arbeit funktioniert auch nichts ohne Lesen und auf Facebook, Twitter und Co wäre es langweilig sich nur die Bilder anzuschauen. Wenn ich Artikel im Internet lese, die mich eigentlich interessieren, erwische ich mich immer häufiger dabei, wie ich nach ein paar Absätzen nach unten scrolle, um zu schauen, wie lang der Artikel noch ist. So viele Informationen über so viele unterschiedliche Themengebiete und ich merke: Ich verliere die Lust am Lesen.  Weiterlesen „Ich verliere die Lust am Lesen“

Nach dem eBook kommt das aBook: Digitur im Interview mit Isle Audio

Die Digitur Redaktion testet Isle Audio auf der LBM17. Foto: Larissa Cremer

Das Start-Up Isle Audio verspricht mit dem sogenannten aBook ein völlig neues Leseerlebnis. Per Eyetracking wird erfasst, an welcher Stelle des Buches sich der Leser befindet, um dazu die passenden Geräusche abzuspielen. Das können Hintergrundgeräusche wie das Rauschen der Wellen oder Musik sein, die die emotionale Stimmung der Geschichte unterlegt. Auf der Leipziger Buchmesse konnten wir nicht nur die App  live testen, sondern auch zwei der Gründer, David Hill und Benedikt Sailer, interviewen. Was die beiden Studenten uns über das aBook erzählen, lest ihr im heutigen Beitrag. Weiterlesen „Nach dem eBook kommt das aBook: Digitur im Interview mit Isle Audio“

Snapchat meets Literatur

Smartphone mit Apps - Snapchat und andere.
Die App Snapchat ist vor allem bei jungen NutzerInnen sehr beliebt. Bild: Pixabay CC0

Die erfolgreiche Instant-Messaging-App Snapchat ist in aller Munde. Zuletzt machte sie durch ihren Börsengang von sich reden. Die App gibt es bereits seit September 2011, weltweit nutzen sie über 150 Millionen  Menschen täglich aktiv. Snapchat ist besonders bei jungen NutzerInnen sehr beliebt. Wir haben uns gefragt, ob und wie Snapchat und Literatur zusammenpassen und stellen euch hier drei interessante Beispiele für diese Verbindung vor. Weiterlesen „Snapchat meets Literatur“

Fundstück: Kostenlos lesen mit mediaspot

Kostenlos lesen im Café
Beim gemütlichen Frühstück im Café auf dem Handy das Lieblingsmagazin „durchblättern“. Foto: Pexels

Vor Kurzem berichtete Digitur bereits über das Free Reading Zone Modell in Kroatien. Eine ganz ähnliche Idee wird nun auch in Berlin umgesetzt. Allerdings werden den Lesern hier nicht in erster Linie Bücher, sondern vor allem Magazine kostenlos angeboten. Dabei sind unter anderem der Stern und die Neon. Die digitalen Inhalte können über die mediaspot-App an teilnehmenden Orten völlig kostenfrei gelesen werden. Aktuell zählen dazu vor allem Reisebusse und Cafés, aber auch Freibäder und Autohäuser bieten sich als Free Reading Zone an. Wir hoffen, dass sich dieses Modell noch weiter verbreitet und bald deutschlandweit verfügbar ist!

Fundstück: Texteditoren für jeden Gemütszustand

Der „don’t worry, be happy“-Texteditor löscht deinen Text, wenn du nicht lächelst. Bild: Don’t worry, be happy by samim

Schreiben unter Zwang, Kreativität auf Knopfdruck und das mit ausschließlich guter Laune. Texteditoren gibt es viele, doch dieser scheint es auf die Spitze der Absurdität zu treiben: Der „don’t worry, be happy“-Editor des Schweizer Entwicklers Samim kontrolliert per Webcam, ob der Schreibende während seines Schaffens lächelt. Sollte dem nicht so sein, löscht die Software gnadenlos den geschriebenen Text und verkündet „You failed!“. „Emotion enforcing“ nennt sich das System und wirft die Frage auf, ob wir mit einem Lächeln im Gesicht tatsächlich zufriedener, produktiver oder gar besser arbeiten?
Den Einfluss von Zeitdruck auf die eigene Arbeitsweise erleben vor allem viele Studenten zum Ende jedes Semesters und mit dem Nahen der Abgabefristen aufs Neue. Während einige an ihrer Prokrastination verzweifeln, laufen andere mit zunehmendem Druck und dem damit einhergehenden Zwang zu konzentriertem und ablenkungsfreiem Schreiben zu Höchstformen auf. Apps und Editoren, die sich genau dies – zum Beispiel durch das Sperren des Internetzugangs oder dem Verhindern von Änderungen im Text – zu Nutze machen, gibt es viele. Auch jene, wie der Flowstate-Editor, die einen Text nach einer vorher festgelegten Zeitspanne des Nichtstuns löschen. Im Gegensatz zu dem „don’t worry, be happy“-Editor geht es hier aber lediglich um die Optimierung des eigenen Schreibprozesses und nicht um die Gefühlslage währenddessen. Der Erfinder der „Gute Laune-Software“ verspricht: „writing with Don’t Worry Be Happy for even 2min has a tangible impact on your mental-state: You start to smile and laugh.“
Ob die Texteditoren ihr Versprechen halten und unsere Leistung und die eigene Gefühlslage tatsächlich positiv beeinflussen oder vielleicht doch eher das Aggressionspotential vor dem Bildschirm steigern, muss jeder selbst herausfinden.
In diesem Sinne: Fröhliches Schreiben!

Fundstück: HOOKED – Chat Stories

(Quelle: pixabay.com)
(Quelle: pixabay.com)

In unserer modernen Welt, in der die meisten von uns zwischen Arbeit und privaten Verpflichtungen gerade einmal Zeit für einen „Coffee to go“ in der Straßenbahn finden, fällt es vielen immer schwerer, sich bewusst Zeit für ein gutes Buch zu nehmen. Statt sich in den Sessel zu fläzen und sich einige Zeit aus dem Alltag auszuklinken, ist man per WhatsApp und Messenger allzeit erreichbar. Wer diese Form der modernen Kommunikation nicht ausschalten kann oder will, aber trotzdem kurzweilige, literarische Unterhaltung sucht, könnte sich für die App Hooked – Chat Stories interessieren. Das US-amerikanische Paar Prerna Gupta und Parag Chordia haben die App entwickelt, die ihre Nutzer mit sehr kurzen Erzählungen versorgt. Der Clou: Erzählt wird in Form einer SMS-Konversation zweier Figuren. Je nach Genre sollen die Geschichten gruselig, romantisch, oder spannend ausfallen, den Nutzer aber nie mehr als fünf Minuten seiner Zeit kosten. Wer sich den Spaß für die kleine Pause zwischendurch gönnen möchte, darf allerdings nicht besonders knauserig sein: Für vollen Zugang zu den Inhalten bezahlt man knapp 3 Euro die Woche.