lit.COLOGNE: Willkommen und genießen Sie den Abend!

„Heute hier – morgen auch. Cordula Stratmann und Bjarne Mädel wettern gegen den Reisewahn“ Bild: Joanna Meißner

„Die gute Nachricht: Noch gibt es 40% der Karten.“ – nach 24 Stunden Vorverkauf. Da denkt man doch wirklich, das ist Wahnsinn und fragt sich, warum die lit.COLOGNE ein so großer Publikumsmagnet ist… Die zahlreichen Lesungen der Literaturhäuser oder Bücherläden, die teilweise sogar kostenfrei angeboten werden, können da schon lange nicht mehr mithalten. Bei der lit.COLOGNE scheinen die Marketingstrategien besonders gut zu funktionieren, denn bereits im Dezember waren die meisten Karten schon verkauft. Wer den Vorverkaufsstart da nicht auf dem Schirm hat, geht schnell leer aus. Doch was bietet uns eigentlich die lit.COLOGNE, abgesehen von dem Gefühl bei einer DER Literaturveranstaltungen dabei gewesen zu sein? Entertainment? Wissensvermittlung? Kultur(erweiterung)? Nachdem wir im letzten Jahr einen Blick auf die klassische Wasserglas-Lesung bei der lit.COLOGNE geworfen haben, haben wir dieses Jahr zwei Themenabende besucht. Weiterlesen „lit.COLOGNE: Willkommen und genießen Sie den Abend!“

lit.Cologne – Das literarische Festival-Ereignis

Bild: CCO pixabay

Dieses Jahr findet bereits die 18te lit.Cologne statt. Noch bis heute können Literaturfans verschiedene Veranstaltungen besuchen. Die Veranstalter setzen schon lange nicht mehr „nur“ auf klassische Lesungen und auf aktuelle Themen, sondern locken das Publikum mit besonderen Erlebnissen: Lesungen auf hoher See (dem Rhein), Jugend- und Kinderlesungen oder Themenabenden. All dies unterstützt von namentlich durchaus bekannten Schriftstellern, sowie prominenten Leser, die das Handwerk des Vorlesens ohne Zweifel beherrschen. Die lit.Cologne ist schon längst zu einer Marke geworden, was auch der Ableger, die lit.Ruhr, zeigt. Aber ist das auch noch ein Lesepublikum, bei den Veranstaltungen, oder möchten die Leute einfach nur entertaint werden?

Digitur hat sich dieses Jahr nicht auf die große Rheinüberfahrt gewagt, sondern besuchte zwei Themenabende und liefert ende der Woche (passend zum Ende der lit.Cologne) einen umfassenden Erfahrungsbericht.

Digitalisierung trifft Theater

Wenn der Vorhang sich öffnet und das Theaterstück beginnt, erleben wir auch auf der Bühne immer mehr Digitalisierung . Bild: CCO pixabay.com

Filmausschnitte, die mit einem Beamer an die Wand projiziert werden, Schauspieler mit Smartphones und Laptop in der Hand, Roboter auf der Bühne. Die Digitalisierung hat auch das Theater längst erreicht. Schon seit Jahren wird das klassische Schauspiel auf der Bühne mit den Techniken von heute verknüpft. So können beispielsweise Filmausschnitte zeigen, was in der Vergangenheit stattgefunden hat, wie verschiedene Zwischenhandlungen aussehen und was sich hinter der Bühne abspielt. Erst neulich wurden bei einer Ballettaufführung des Schwanensees im Aalto-Theater in Essen plötzlich künstlerisch gefilmte Szenen gezeigt, die die Verwandlung des Schwans dargestellt haben.

Doch es geht mittlerweile weit über Filmausschnitte hinaus. Das Berliner Theaterkollektiv Manufaktur hat beispielsweise in seiner Produktion Pinocchio 2.0 seine Pinocchio-Figur durch einen Androiden ersetzt. Die Geschichte von Carlo Collodi wird auf der Bühne also mithilfe eines Roboters erzählt und in das Jahr 2084 versetzt. Literatur trifft Theater und Theater trifft Digitalisierung Mithilfe von Robotern. So könnte man es nennen.

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Fundstück: Start der 18. lit.COLOGNE

Am 7. März wird in der Domlesung Dostojewskis ›Großinquisitor‹ vorgelesen. Bild: Ralf Jürgens

Vom 6.-17. März haben Bücherfreunde wieder die Gelegenheit am vielfältigen Programm der lit.COLOGNE, dem internationalen Literaturfest in Köln, teilzunehmen. Den Auftakt bildet wie jedes Jahr die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises. Unter den insgesamt 191 Veranstaltungen sind Lesungen und Themenabende mit deutschsprachigen und internationalen Autoren wie Håkan Nesser, Ian McGuire und Minette Walters. Ein außergewöhnliches Erlebnis wird Klaus Maria Brandauers Lesung im Kölner Dom, bei der er Fjodor Dostojewskis Großinquisitor vorlesen wird. Im Vordergrund der 18. lit.COLOGNE steht diesmal die Inklusion: In einem Pilotprojekt soll ein besonderes Angebot für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Auch Kinder und Jugendliche kommen beim Programm der lit.kid.COLOGNE nicht zu kurz.

Neuerung ist dieses Jahr die lit.COLOGNE-App. Sie bietet, neben einer Programmübersicht, eine Kalender- und Push-Funktion. Außerdem wird es erstmals einen NetCologne Livestream geben, über den man sich die Lesung von Ranga Yogeshwar und Christoph Keese ansehen kann. Kurzentschlossene sollten sich beim Ticketkauf beeilen, denn viele der Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Fundstück: Ein Buchladen, der zum Verweilen einlädt

Der neue Buchladen von Correctiv in Essen. Bild: Niklas Ruddigkeit

Schmökern, stöbern, diskutieren – und das alles bei einem guten Kaffee. Dafür gibt es seit Ende Januar einen neuen Treffpunkt mitten in der Essener Innenstadt. Keine fünf Minuten vom Essener Hauptbahnhof entfernt, hat das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv einen Buchladen eröffnet. Dieser soll – anders als gewöhnliche Buchläden – zur Ideenschmiede, zum Ort des Austauschs und der Begegnung werden.

Daher finden im Buchladen regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Von Lesungen über Diskussionen bis hin zu Schreib-Workshops. So wurde der Laden mit einer Lesung des neuen Correctiv-Chefredakteurs Oliver Schröm und seines Co-Autors Niklas Schenck über die deutsche „Krebs-Mafia“ eröffnet. In den kommenden Wochen wird Can Dündar anlässlich einer Veranstaltung von Özgürüz , der türkischsprachigen Redaktion von Correctiv, in Essen erwartet.

Der Buchladen befindet sich in der Akazienallee 8-10 und hat montags bis freitags von 10-18.30 Uhr geöffnet. Samstags, „falls einer da ist“. So steht es an der Tür.

„Die Verlegerin“: Wenn Spielberg aus dem Zeitungswesen ein Drama macht

In Spielbergs neuem Film spielen Teamwork und Zusammenhalt bei einer Zeitung eine wichtige Rolle. Bild: CCO pixabay

Sie ist ambitioniert, literaturbegeistert und gerecht – 1972 übernimmt Katharine „Kay“ Graham das gemeinsame Unternehmen der Familie, die renommierte “Washington Post“. Damit wird sie nicht nur die erste Zeitungsverlegerin der USA, sondern auch eine der mächtigsten Frauen Amerikas. Von ihren Vorstandskollegen wird sie aber nur belächelt. Als Chefredakteur Ben Bradlee über einen Vertuschungsskandal im Weißen Haus berichten will, entscheidet sich Kay für ihren Mitarbeiter und die Pressefreiheit. Sie setzt ihre Karriere aufs Spiel und tritt mit ihrem Team gegen den wohl stärksten Gegner des Landes an: die US-Regierung.

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Die Leipziger Buchmesse: Auch für Blogger ein interessanter Termin

Leipziger Buchmesse. Bild: CCO pixabay.com

Die alljährliche Leipziger Buchmesse findet vom 15. bis zum 18. März statt. Während am 14. März nur Veranstaltungen für das Fachpersonal zugänglich sind, dürfen von Donnerstag bis Sonntag alle Lesebegeisterten durch die sechs Messe-Hallen schlendern und sich die neusten Trends der Branche ansehen. Im Fokus steht, wie jedes Jahr, der rege Austausch zwischen Verlegern, Autoren und natürlich dem Leser. Dabei stehen in Leipzig verschiedene Themen im Zentrum. Literatur, Kinder und Jugend, Bildung und Wissen, buchmesse.blogger, Neuland sowie Europa21 sind nur einige Beispiele.

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Fundstück: Kleist-Preis 2018 geht an Christoph Ransmayr

Der Kleist-Preis wird jedes Jahr verliehen. Bild: CCO pixabay.com

Der Kleist-Preis geht in diesem Jahr an den Wiener Schriftsteller Christoph Ransmayr. Seine drei großen Romane Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988) und Morbus Kitahara (1995) bekamen auch international Anerkennung und „entwerfen eine hintergründige Topographie, in der sich historische Orte mit mythischen Landschaften überlagern“, so die Kleist-Gesellschaft.

Am 18. November wird der Kleist-Preis an Christoph Ransmayr in Berlin während einer Matinée im Deutschen Theater übergeben, die von Ulrich Khuon und Ulrich Beck arrangiert wird. Die Laudatio für Ransmayr hält der ungarische Kunsttheoretiker, Literaturkritiker, Essayist und Übersetzer László Földényi. Dieser war in diesem Jahr die von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson und bestimmte Ransmayr zum Preisträger für 2018. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich verliehen.

Verspieltes Erzählen: Wenn aus Büchern Pixel werden

Videogames machen es möglich, Bücher zu „spielen“. Bild: CCO Pixabay

Während sich Filme- und Serienmacher häufig aus der Literatur bedienen, gibt es in der Spieleindustrie vergleichsweise wenig Buchadaptionen. Dabei bietet ein Videospiel die Möglichkeit, eine schon vertraute literarische Welt auf eine völlig neue Weise zu erkunden und in die Rolle der Lieblingscharaktere zu schlüpfen. Ob mit Maus und Tastatur oder Controller, es ist doch ein ganz anderes Gefühl eine Figur selbst zu steuern, anstatt sie nur zu beobachten. Gerade das Potenzial in Verbindung mit VR-Brillen, die ein noch stärkeres Eintauchen in die virtuelle Welt ermöglichen, wäre praktisch grenzenlos. Dennoch ist die Auswahl der auf Büchern basierenden Videospiele noch gering – sofern sie nicht im Zuge einer gerade beliebten Buchreihe wie Game of Thrones oder Harry Potter erscheinen. Weiterlesen „Verspieltes Erzählen: Wenn aus Büchern Pixel werden“

Fundstück: SAM Voice Diary – das Multimediatagebuch

Vereint hören, lesen und schreiben: das SAM Voice Diary. Bild: CCO pixabay.com

Kein mühsames Aufschreiben mehr, das auch noch viel Zeit kostet: Mithilfe der Anwendung „Speak a message“ ist es möglich, ein Sprachtagebuch zu erstellen. Denn neben der klassischen Texteinträge kann der Nutzer zusätzlich Sprachaufnahmen einfügen und so sein Tagebuch authentischer und lebendiger gestalten. Aufgenommene Bilder unterstützen dabei das Festhalten von Erinnerungen. Das Tagebuch wird so zu einem multimedialen Erlebnis für jedermann.

Ein weiterer Vorteil ist die Langlebigkeit des Voice Diarys, denn es lässt sich als E-Book in digitaler Form auf allen elektronischen Geräten speichern. Auf diese Weise kann zu verschiedensten Zeiten und ortsunabhängig per Tablet, Notebook, PC oder mit einem Lesegerät für E-Books auf das Tagebuch zugegriffen werden. Die Voraussetzung ist nur, dass die Geräte EPUB3 unterstützen.