Fundstück: Für ein gutes digitales Leben ab und zu auch mal abschalten.

Zehn Minuten, zwei Stunden oder sogar einen kompletten Tag – wie lange haltet ihr es aus, nicht auf euer Smartphone zu schauen, Mails zu checken, Postings zu liken oder nur eben kurz auf eine Nachricht zu antworten? Keine Frage, ein Leben ohne das Internet ist vollkommen ausgeschlossen! Es wäre auch viel zu schade, die tollen digitalen Innovationen der letzten Jahrzehnte nicht zu nutzen. Für den literarischen Kosmos hieße das z.B. keine E-Books mehr, auf die gewonnene Möglichkeit des Self-Publishings verzichten und kaum vorstellbar – ein Leben ohne Digitur. So etwas wollen wir natürlich keinesfalls. Dennoch lohnt es sich, in der schnelllebigen digitalen Welt einmal innezuhalten und zu reflektieren: Wie viel Zeit verbringe ich womit und warum im Internet? Mache ich das, weil ich es gut und sinnvoll finde oder nur weil ich das Gefühl habe, sonst etwas zu verpassen?

Solchen Fragen geht der Animationsfilm Das gute digitale Leben aus der Videoreihe Little Green Bags nach. In diesem Teil erklärt Prof. Dr. Miriam Meckel von der Universität St. Gallen (HSG) in Kooperation mit dem Animationsstudio Zense fantasievoll und praxisnah Phänomene des digitalen Alltags und gibt Tipps, wie wir ohne Techno-Stress digitale und anologe Welt miteinander verbinden können. Dazu gehört auch, nach diesem Video das World Wide Web zu verlassen und einfach mal abzuschalten!

© Universität St.Gallen (HSG), Text von Prof. Dr. Miriam Meckel, Kreation: http://www.zense.ch, Wissenschaftlicher Leiter: Prof. Dr. Thomas Beschorner

Zwischen Gucci und Prada – das Buch

Unzählige Bücher auf der Kö. Foto: Joanna Meißner CCO

Auf der Kö in Düsseldorf reihte sich eine Bücherkiste an die andere. Darunter nicht nur Goethe und Schiller, sondern auch die aktuellsten Bestseller. Ein recht ungewöhnlicher Anblick für diese Straße, auf der sich normalerweise Shopping-Wütige von einem Laden in den nächsten schieben. Allerdings sind Bücherstände für die Besucher der Königsallee nicht gänzlich ungewohnt, denn auch in diesem Jahr fand der 31. Bücherbummel statt. Vom 8. bis zum 11. Juni dreht sich auf der Kö nicht alles nur um Gucci und Prada. Die Literatur bekommt für kurze Zeit eine Aufenthaltsgenehmigung. Weiterlesen „Zwischen Gucci und Prada – das Buch“

Fundstück: Verbotene Bücher bei der documenta

„The Parthenon of Books“ in Kassel während den Bauarbeiten. Bild: Pixabay CCO

Die Verwandlung von Franz Kafka, 1984 von George Orwell und Harry Potter von Joanne K. Rowling haben eines gemeinsam, sie stehen auf der Liste einst oder aktuell verbotener Bücher. Es ist erschreckend, wie viele Bücher weltweit einer Zensur unterliegen. Die argentinische Künstlerin Marta Minujin rief vor Monaten zu einer Spende dieser Werke für ihr Kunstwerk The Parthenon of Books auf, das derzeit mit rund 100.000 Büchern in Kassel am Friedrichsplatz nach dem Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis erbaut wird. Ein Denkmal, das nicht nur an die Bücherverbrennung im Nationalsozialismus erinnern soll, sondern vor allem ein Zeichen gegen Zensur und die Verfolgung von Schriftstellern setzen soll. Dieses Kunstwerk ist Teil der 14. documenta, der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Mehr als 160 Künstler zeigen ihre Arbeiten bei der diesjährigen documenta, die erstmals an zwei Orten stattfindet: in Kassel vom 10. Juni bis zum 17. September, sowie in Athen vom 8. April bis zum 16. Juli 2017. Unter dem Arbeitstitel „Von Athen lernen“ stehend, leitet Adam Szymczyk die Ausstellung, bei der Themen wie Flucht, Finanzkrise und Widerstand verhandelt werden.

Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch

Mit Block und Kugelschreiber ist man an der Danziger Uni schon gut ausgestattet. Foto: Vanessa Hellwig CC0

Paulina schreibt und schreibt. Seite für Seite füllt sie ihren Collegeblock mit der heutigen Präsentation, wie immer mit dem blauen Kugelschreiber. Sie ist schnell geworden mit dem Schreiben, denn sie befindet sich mittlerweile im letzten Bachelor-Semester ihres Germanistikstudiums. Ihre Handschrift ist schön, so ordentlich und ein bisschen verschnörkelt, und manchmal frage ich mich, ob ich auch so schön schreiben könnte, wenn ich so viel Übung darin hätte. Denn was die angehenden Germanistikabsolventen an der Danziger Uni jeden Tag unfreiwillig üben ist, unter anderem, die Handschrift. Möglich macht es die wenig vorhandene Digitalisierung, die aus einem Studium in der polnischen Ostseestadt wieder richtige Handarbeit macht. An das (fast) analoge Studieren musste ich mich während meines Auslandssemesters in der Ostseestadt erst wieder gewöhnen. Weiterlesen „Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch“

Fundstück: Amazon Charts präsentiert Bestsellerlisten in den USA

Amazon Charts präsentiert seit dem 18. Mai eigene Bestsellerliste. Screenshot vom 29.05.2017

Der Online-Versandhändler präsentiert ab sofort eine formatübergreifende Bestsellerliste. Unterschieden wird dabei zwischen nichtfiktionaler Literatur und Belletristik. Erstmals wurde die Liste, die nun wöchentlich online gehen soll, am 18. Mai in den USA veröffentlicht. Neben der Auswertung über die tatsächlich digital konsumierten Inhalte – ob gelesen oder gehört – der Amazon-Kunden auf Audible und Kindle („most read“-Listen), erfolgt die Auflistung der meistverkauften Titel in Form von „most sold“-Listen. Das Top-20-Ranking bietet zusätzliche Informationen über mögliche Ausleihen und Vorbestellungen, direkte Verknüpfungen zu Verkaufsrang und Kundenbewertung sowie Angaben zu Verlag und Agenten.

Fundstück: Die Freude am Buch

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss, hier als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen im vergangenen Jahr, wird beim Tübinger Bücherfest aus seinem Roman „Hogard“ lesen.
Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst

An diesem Wochenende findet in Tübingen zum zehnten Mal das Tübinger Bücherfest statt und beglückt seine Besucherinnen und Besucher bis Sonntag, 28. Mai 2017, mit zahlreichen Lesungen an ungewöhnlichen Orten. Ob im Garten des Evangelischen Stifts, im historischen Sitzungssaal des Rathauses oder im Gerichtssaal des Tübinger Landgerichts – Abwechslung ist bei den Lesungsorten genauso geboten wie auch bei den Autoren und Autorinnen. Neben bekannten Größen wie Lukas Bärfuss oder Feridun Zaimoglu liest unter anderem auch Philipp Winkler, der mit seinem Debütroman Hool für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 nominiert wurde. Persönlich wird es bei Hannelore Hoger, die vielen wohl besser als Kommissarin Bella Block aus dem ZDF bekannt sein dürfte: Zum ersten Mal erzählt sie in Ohne Liebe trauern die Sterne von ihrer Kindheit und Jugend und wie sie zur Schauspielerei kam. Gastland in Tübingen ist in diesem Jahr Frankreich, das dem diesjährigen Bücherfest auch sein Motto beschert: La Joie du livre – die Freude am Buch.

Fundstück: Mit Amazon Storywriter zur eigenen TV Serie?

Screenshot der Features auf storywriter.amazon.com

Amazon ist schon lange nicht mehr bloß ein Onlinemarktplatz. Das amerikanische Unternehmen hat mittlerweile auch in der Medienbranche fest Fuß gefasst. Subunternehmen veröffentlichen unter anderem eigene Bücher und machen mit ihren Serienproduktionen Netflix und Maxdome Konkurrenz. Fast monatlich kommen neue Original Serien dazu. Wer schon immer von der eigenen TV Serie geträumt hat, kann seit 2015 das Storywriter Tool des Konzerns nutzen. In dieser Software können aufstrebende Autoren ihre Skripte schreiben. Die Formatierung ist dabei einfacher als mit gewöhnlichen Textverarbeitungsprogrammen wie Word. Und da Amazon selbst auf der Suche nach Ideen für seine neuen Produktionen ist, kann das fertige Drehbuch über die Plattform direkt bei der Produktionsfirma eingereicht werden. Wie erfolgsversprechend dieser Prozess jedoch ist, steht in den Sternen.

Technologie oder Analogie?

Selber Postkarten schreiben, Taschenkalender und ausgedruckte Texte für Seminare: Analogie im Alltag kann auch schön sein.
Foto: CC-BY-NC-SA 4.0 Isabel Grabow

Medien wie Fotos, Videos und eBooks, persönliche Dokumente wie Briefe und Listen, Verträge und Rechnungen. All diese Daten sind miteinander verbunden und vernetzt: Durch unsere elektronischen Geräte wie Handy, Laptop und Tablet und noch mehr durch unser Heimnetz oder Cloud-Dienste. Wir haben uns privat und beruflich oft ein großes und komplexes Netwerk all unserer Daten aufgebaut. Dieses Phänomen beschrieben Martin Schallbruch, stellvertretender Direktor am Digital Society Institute der ESMT Berlin, und der Jurist Jan Möller auf der re:publica 2017 in Berlin. Bei ihrer Veranstaltung „Make life easy (again)!? Was wollen wir uns von Technologien abnehmen lassen und zu welchem Preis?“ gingen sie der Frage nach inwiefern wir uns von der Komplexität der Technologie leiten lassen wollen und was wir dabei alles beachten müssen. Martin Schallbruch stellte dabei die Vorteile dieser Vernetzung heraus: „Alles ist einfacher, denn alle Geräte reden mit mir und sind auch mobil immer für mich erreichbar.“  Dem gegenüber bemerkte Jan Möller, dass obwohl alles einfacher geworden ist, auf der anderen Seite auch alles komplizierter ist. Weiterlesen „Technologie oder Analogie?“

Ich verliere die Lust am Lesen

Nehmt Euch wieder mehr Zeit zum Lesen! Bild: Pixabay CC0

Neulich wurde ich wieder einmal zu einem Speed-Reading-Workshop an der Uni eingeladen, um zu lernen, noch mehr Text in noch kürzerer Zeit zu lesen. Als Studentin der Geisteswissenschaften muss ich jede Menge Texte lesen, auf der Arbeit funktioniert auch nichts ohne Lesen und auf Facebook, Twitter und Co wäre es langweilig sich nur die Bilder anzuschauen. Wenn ich Artikel im Internet lese, die mich eigentlich interessieren, erwische ich mich immer häufiger dabei, wie ich nach ein paar Absätzen nach unten scrolle, um zu schauen, wie lang der Artikel noch ist. So viele Informationen über so viele unterschiedliche Themengebiete und ich merke: Ich verliere die Lust am Lesen.  Weiterlesen „Ich verliere die Lust am Lesen“

Mit Liebe gegen Hass im Netz auf der re:publica 2017

Die re:publica 2017 findet unter dem Motto "Love Out Loud" vom 8.-10 Mai in Berlin statt
Vom 8.-10. Mai findet in der STATION-Berlin in Kooperation mit der MEDIA CONVENTION Berlin die re:publica 2017 statt.
Foto: re:publica/Gregor Fischer (CC BY-SA 2.0)

Die 11. re:publica steht im Zeichen der Liebe. Unter dem Motto „Love Out Loud!“ richtet sich die Berliner Digitalkonferenz gegen Hate Speech im Internet. So reflektiert Carolin Emcke, Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, zur Eröffnung über Liebe und Empathie. Und Blogger Felix Schwenzel begibt sich mit Texten des Philosophen Erich Fromm auf die Suche nach mehr Menschenfreundlichkeit und Humanismus. Aber auch die Veränderungen der Liebesbeziehungen unter dem Einfluss von Tinder und Co bleiben nicht unbeachtet: Auf einer Tour d’Amour untersucht Friedemann Karig, wie wir lieben und fordert eine sexuelle Revolution 2.0. Zu den großen Themen der re:publica 2017 zählt auch das allseits bekannte Problem der kursierenden Fake-News. Darüber können die Gäste u.a. mit ZDF-Anchorman Claus Kleber auf der MEDIA CONVENTION diskutieren. Kenner der re:publica wissen aber, dass dies nur ein Bruchteil des riesigen Veranstaltungsangebots ist. Die Digitalisierung durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche und dies bildet das umfangreiche dreitägige Programm mit über 900 Speakern auf 20 Bühnen ab. So präsentiert z.B. der Automobilhersteller Daimler digitale Innovationen für die Mobilität von morgen und Innenminister Thomas de Maizière stellt sich in einem netzpolitischen Dialog Fragen zu Themen wie IT-Sicherheit und die Zukunft des Datenschutzes. Auch an die Blogger ist gedacht: Im Programmteil re:blog gibt Christian Bollert vom Onlineradio detektor.fm bspw. Tipps für die erfolgreiche Verbreitung von Podcasts und Thomas Weibel stellt sein Projekt 100 Sekunden – das Hörerlexikon vor. Eines zeigt schon dieser kleine Einblick: Es ist unmöglich überall dabei zu sein und manch einer schafft es vielleicht gar nicht in die STATION-Berlin. Doch auch für solche Fälle haben die Veranstalter vorgesorgt: Über Live-Streams lässt sich das Geschehen der Bühnen 1, 2, 6 und 7 mitverfolgen. Veranstaltungen auf anderen Bühnen werden aufgenommen und sind bald auf YouTube abrufbar. Darüber hinaus wird es Audiopodcasts geben, die zeitnah auf der re:publica-Website und iTunes veröffentlicht werden.