re:publica: Über verschlüsselte Kommunikation und sexistische Sprache

Bild: CCO pixabay

Sexismus, Feminismus. Fremdbestimmung, Selbstbestimmung. Dieses Jahr wurde wieder viel über Machtverhältnisse und digitale Überwachung auf der re:publica diskutiert. Oder? So liest man in manchen Berichten über die re:publica, dass gerade die Diskussionen fehlten, die den Kongress doch eigentlich immer zu etwas Besonderem machen. Wir wären gerne dieses Jahr dabei gewesen, doch ein voller Seminarplan, ein Nebenjob und wenig Geld in der Tasche hielten uns davon ab. Nichtsdestotrotz haben wir die Konferenz online gespannt verfolgt. Über eine scheinbar vorherrschende Konsenskultur können wir nicht viel sagen, wenngleich auch im Stream zu erkennen war, dass sich die Redner doch wirklich immer sehr einig zu sein schienen. Manche waren sich dabei ihrer Rolle auf der Bühne auch durchaus bewusst, wie der Schriftsteller Marc-Uwe Kling, der seine Funktion als die des Köders bezeichnete. Weiterlesen „re:publica: Über verschlüsselte Kommunikation und sexistische Sprache“

Fundstück: Lesekreise für den Deutschen Buchpreis 2018

Für den Deutschen Buchpreis können nun auch ausgewählte Lesekreise die Longlist besprechen. Bild: https://www.deutscher-buchpreis.de

Der Deutsche Buchpreis wird in diesem Jahr am 8. Oktober verliehen. Bereits seit Februar stehen die sieben Jurymitglieder fest. Nun können auch Lesekreise die Longlist des Buchpreises besprechen, denn zum ersten Mal haben fünf Lesekreise die Möglichkeit offizieller Lesekreis des Deutschen Buchpreises zu werden. Gesucht werden Lese- und Literaturkreise für Erwachsene, die sich seit mindestens einem Jahr regelmäßig treffen und über Literatur austauschen. Interessierte Gruppen können sich bis zum 27. Mai bewerben.

Nachdem am 14. August die Nominierten bekannt gegeben werden, erhalten die fünf ausgewählten Kreise das Longlist-Lesebuch, welches Auszüge aus allen 20 Titeln enthält. Zudem besteht die Möglichkeit kostenlos nominierte Titel zu bestellen. Voraussetzung für die Teilnahme ist außerdem, dass die Lesekreise bis Weihnachten 2018 einen Beitrag zu ihren Aktivitäten rund um die nominierten Titel veröffentlichen. Die Form der Veröffentlichung können die Kreise selbst frei wählen. Das können beispielsweise eine Buchkritik für den Deutschen Buchpreis Blog, eine Rezension auf der eigenen Website oder Posts für die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises sein.

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen sowie die Bewerbungsanschrift sind der Website des Deutschen Buchpreises zu entnehmen.

Cyberpoesie: Die Verbindung von Lyrik und Digitalisierung

Um digitale Poesie betreiben zu können, muss man auch Informatikkenntnisse haben. Bild: CCO pixabay

Wer schreibt, geht unweigerlich auch mit der Zeit. So verwundert es nicht, dass sich Dichter im Zeitalter der Digitalisierung die neuen technischen Möglichkeiten zunutze machen, um im lyrischen Bereich mit Sprache zu experimentieren. Das Ergebnis ist visuelle Poesie. Ein Genre, welches den Titel Cyberpoesie, digitale Poesie oder e-poetry trägt und noch relativ unerforscht ist.  Weiterlesen „Cyberpoesie: Die Verbindung von Lyrik und Digitalisierung“

„Stadtwahrnehmung“ Cincinnati: Das Essen am Ohio River

Bild: Rolf Parr

Cincinnati liegt am nördlichen Ufer des Ohio Rivers, im Süden des gleichnamigen Staates und direkt an der Grenze zu Kentucky. Bis vor kurzem hatte ich noch nie von dieser Stadt gehört. Dies änderte sich jedoch, als ich im Zuge eines transatlantischen Seminars mit dem Institut für Germanistik in Fach Literatur und Medienpraxis Cincinnati und die dort ansässige University of Cincinnati Anfang April besuchen durfte.

 Die Stadt wurde 1788 als militärischer Außenposten gegründet und erhielt 1812 den Städtestatus. Die Lage am Ohio River machte Cincinnati zu einem idealen Ort für Industrie und Handel, sodass sich in den 1840er auch viele deutsche Auswanderer in Cincinnati ansiedelten. Deren Einfluss lässt sich noch heute sowohl anhand von Straßen- und Ortsnamen, wie die Bremerstraße und das neue In-Viertel OTR (Over The Rhine), als auch an alten Gebäuden mit deutschen Schriftzügen erkennen. Weiterlesen „„Stadtwahrnehmung“ Cincinnati: Das Essen am Ohio River“

Fundstück: Welttag des Buches

Bild: https://www.welttag-des-buches.de

Heute wird erneut in über 100 Ländern der Welttag des Buches gefeiert. 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum Welttag des Buches und des Urheberrechts. Anlässlich dieses Tages laden viele Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen zu zahlreichen Veranstaltungen ein. Auch einige Verlage öffnen die Türen und gewähren Einblicke in die Verlagsarbeit. Unter www.verlagebesuchen.de kann man sich über Lesungen, Führungen und Werkstattgespräche informieren. Der cbj Verlag veranstaltet zudem ein großes Lesefest, das über Livestream verfolgt werden kann.

Ganz nach Tradition werden auch wieder jede Menge Bücher überall in Deutschland verschenkt. Vor allem sollen aber das Lesen und die Rechte der Autoren gefeiert werden. Der Welttag des Buches wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und von der Stiftung Lesen unterstützt.

Fundstück: re:publica 2018

Bild: CCO pixabay

Die re:publica 2018 steht vor der Tür. Vom 02.05. bis 04.05. findet die größte  europäische Konferenz zu dem Thema Digitalisierung und Gesellschaft in Berlin statt. Insgesamt werden 600 SprecherInnen auf 20 Bühnen sich den Kontroversen über die digitalen Medien annehmen. Auch das Thema „Literatur in der digitalen Welt“, mit dem wir uns beschäftigen, findet man in einigen Programmpunkten wie in der Veranstaltung Die Internet-Verlegerinnen wieder.  Wir haben für euch noch weitere Programmempfehlungen:

Über das Zusammenprallen von Urheberrecht und Kunstfreiheit, ein Problem, dem wir uns auch in der digitalen Literatur konfrontiert sehen, wird im Panel Metall auf Metall, Kunstfreiheit & Urheberrechte am Beispiel von Musik diskutiert. Die Autoren Sibylle Berg und Marc-Uwe Kling  sprechen mit Aktivisten der p≡p coop über Freundeskreis Freiheit (im Netz)- Die freundliche Verweigerung. In der Lesung Reading #metoo wird eine Best-of-Liste aktueller Online-Kommentare vorgestellt und anhand dieser die Rolle der Sprache in der #metoo-Debatte untersucht. Und Kulturschaffende diskutieren über die Zukunft des Kulturbetriebs in Der Innovationsfonds der Berliner Kulturverwaltung: Digitale Entwicklung im Kulturbereich. Es wird sich sicherlich lohnen zur re:publica zu fahren – das Programm sieht schon sehr vielversprechend aus.

Fundstück: Neues Netzwerk der Literatur

Das Netzwerk plant viele Veranstaltungen rund um die Literatur im Ruhrgebiet. Bild: CCO pixabay

In der vergangenen Woche hat sich im Essener Kulturzentrum Grend ein Netzwerk für literarische Akteure im und aus dem Ruhrgebiet gegründet. Es umfasst momentan 30 Stiftungen, Festivals und Einrichtung aus dem Ruhrgebiet wie beispielsweise das Bochumer Krimiarchiv, das Westfälische Literaturbüro in Unna oder das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut.

Das Netzwerk bietet einerseits einen Austausch der verschiedenen Akteure und möchte andererseits die literarische Szene innerhalb des Ruhrgebiets sichtbar und öffentlich machen. Hierfür sollen unter anderem ein gemeinsames Dachmarketing eingerichtet, aber auch verschiedene Veranstaltungen im Ruhrgebiet organisiert werden. Das Netzwerk möchte dabei kontinuierlich wachsen.

Theater 2.0: Das onlinetheater.live

Bild: Aus der Produktion Werther, onlinetheater.live

Ticketkauf, ein Getränk im Foyer, Platzsuche, leise Gespräche im Publikum, Licht aus, Vorhang auf, Schauspieler*innen auf der Bühne, Verbeugung, Klatschen, Vorhang zu, Licht an, Stück Revue passieren lassen – heruntergebrochen ein Theaterbesuch, wie ihn jede*r kennt. Das onlinetheater.live setzt sich der Theatertradition entgegen, indem es ermöglicht, Schauspiel digital zu erleben. Ortsunabhängig, kostenlos, ungezwungen und dem Geist der Zeit entsprechend ist die Plattform das erste Theater, dessen Veranstaltungen ausschließlich online miterlebt werden können. Nötig sind hierfür lediglich eine gute Internetverbindung und der Spaß an Digitalem, Neuem und Innovativem.  Weiterlesen „Theater 2.0: Das onlinetheater.live“

Erfolg nach Rezept: Wie Reader Analytics die Bücherwelt verändert

Durch Leseranalytik kann man feststellen, was für ein Bücherwurm man ist. Bild: CC0 pixabay

Ziel eines jeden Autors und Verlages ist es, ein Buch zu schaffen, das niemand aus der Hand legen möchte. Zu erkennen, ob man einen zukünftigen Bestseller in den Händen hält, ist jedoch praktisch unmöglich. Wie wäre es also, wenn die Leser selbst entscheiden: Durch Leseranalytik ist es bereits möglich, Leseverhalten zu erfassen und genauestens zu analysieren. Welche Bücher werden gelesen? Welche verstauben in der virtuellen Bibliothek? An welchen Stellen wird die Lektüre unterbrochen oder sogar vorzeitig beendet? Diese Daten bieten Autoren und vor allem den Verlagen die Möglichkeit, ihre Bücher zu optimieren bzw. an den Publikumsgeschmack anzupassen. Das Interesse an Lesedaten ist groß. Versuche, eine Bestseller-DNA zu kreieren, gibt es immer wieder. Bieten Softwareergebnisse doch scheinbar die sichere Lösung, um herauszufinden, was die Leser wollen. Weiterlesen „Erfolg nach Rezept: Wie Reader Analytics die Bücherwelt verändert“

Fundstück: Der Indiebookday 2018

Bild: https://www.indiebookday.de/

Wer unabhängige Verlage unterstützen und gleichzeitig gute Bücher lesen möchte, kann den Indiebookday am 24.03.2018 zum Anlass nehmen, mal wieder ausgiebig in der nächsten Buchhandlung zu stöbern, blättern und verweilen. Um kleinen Verlagen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Arbeit angemessen zu würdigen, ist es an diesem Tag Ziel, ein Buch eines Indie-Verlags zu kaufen, ein Foto des Buchs in einem sozialen Netzwerk oder Blog zu posten und mit dem Hashtag #indiebookday zu versehen. Seit 2013 findet der Indiebookday jährlich großen Anklang und hat sich über die Jahre hinweg auch in UK, Italien, den Niederlanden, Portugal und Brasilien etabliert. Dieses Jahr neu im Programm ist die Indiebook Reading Challenge. Hierbei handelt es sich um eine Lese-Challenge, bei der 52 Bücher aus unabhängigen Verlagen in 52 Wochen gelesen werden sollen. Wer mitmacht, kann versuchen, jede Woche ein Buch zu einem bestimmten Thema zu lesen und die Teilnahme an der Challenge in sozialen Netzwerken mit #indiebookchallenge  oder #ibc kenntlich zu machen – das Indiebookday-Team hat hierfür eine Themenliste erstellt, die auf https://www.indiebookday.de/indiebookchallenge/ eingesehen und heruntergeladen werden kann. Die Liste ist keine strikte Vorgabe, sondern dient vielmehr der Inspiration und Anregung für die wöchentliche Buchauswahl. Auch die Verlage selbst haben in dieser Zeit vor, ihre sozialen Netzwerke für die Verbreitung von Vorschlägen und Lese-Tipps zu nutzen. Auf der englischsprachigen Seite der Veranstaltung heißt es: „You love beautiful and well made books? On Indiebookday you can share this love with everyone!“ Ganz in diesem Sinne – geht am 24.03.2018 raus, unterstützt unabhängige Verlage und verbreitet die gemeinsame Bücher-Liebe im Netz.