Fundstück: Hier wird nichts dem Zufall überlassen

 

Netflix-Algorithmus überlässt nichts dem Zufall. Bild: CCO pixabay

Durch Zufall Gefallen an einer Serie oder einem Film zu finden, ist dank Algorithmen eigentlich nicht mehr möglich. Thema in den Medien ist das nicht erst seit gestern aber in den letzten Wochen tauchten immer öfter Artikel über den Netflix-Algorithmus in den Online- und Printmedien auf. 

Streamingdienste wie Netflix, AmazonPrime oder Maxdome liefern jedem User ein auf sie oder ihn persönlich zugeschnittenes Unterhaltungsangebot. Dies wird auch deutlich gekennzeichnet. In grüner Schrift und Prozentzahl zeigt Netflix seinen Nutzern an, wie sehr einem der Vorschlag gefallen sollte. Doch etwas lässt Netflix dabei außer Acht: die Freude daran etwas Unerwartetes, Neues zu entdecken.

Für den Zuschauer das optimale Entertainment anzubieten ist eines der Ziele des Streamingdienstes. Um das zu erreichen, liefert der Nutzer dem Dienstleister alle wichtigen Informationen über sein Guck-Verhalten. Bereits bei der Anmeldung wird man nach den Serien, Filmen und Charakteren gefragt, die einem besonders zusagen. Einfach so über etwas zu stolpern, was einen mitnimmt oder Begeisterung weckt, ist ausgeschlossen. Eigentlich schade, denn der Zufall macht die Kultur, die Wissenschaft und das Leben doch so viel bunter. Wie in einer Buchhandlung neue Themen und Genres für sich zu erstöbern, einfach weil einem der Klappentext, der Einband oder der Autor zusagt, sich unberechenbar zu verhalten, ist im Internet nicht mehr möglich. Damit berauben die Streamingdienste ihre Kunden der Chance ihren Serien- und Filmhorizont zu erweitern. Wäre das nicht eine Idee für ein Update der Software? – Dem User etwas vorzuschlagen, was nicht mit den bisherigen Sehgewohnheiten übereinstimmt.

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