Der Digitur-Jahresrückblick 2015

Pixabay/Kaffee, Public Domain
Pixabay/Kaffee, Public Domain

2015 geht in die letzte Runde und wir fragen uns, was dieses Jahr eigentlich gebracht hat. Wofür steht 2015? Wird es als Star-Wars-Jahr in die Geschichte eingehen? Oder doch als das Jahr des „Wir-schaffen-das“? Antworten aus aller Welt gibt’s auf Twitter unter dem Hastag #2015In5Words. Die Antwort der Digitur-Redaktion haben wir  in unserem Jahresrückblick zusammengefasst. Viel Spaß mit unseren Highlights der digitalen Literaturwelt 2015.

A Year of Books – die Facebook-Challenge

3. Januar 2015

Mark Zuckerbergs persönliche Challenge 2015 war es, jede zweite Woche ein Buch zu lesen. Das verkündete er im Januar auf seiner Facebookseite. Vorangegangen war dieser Absichtserklärung ein Aufruf an die FacebooknutzerInnen, dem Gründer der Plattform verschiedene Vorsätze für das neue Jahr vorzuschlagen. Auf „A Year of Books“  konnte man Mark Zuckerbergs Buchauswahl quasi live mitverfolgen. Außerdem bot „A Year of Books“ allen Mit-LeserInnen die Möglichkeit via Facebook-Kommentar Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren. Inzwischen wird Buch Nummer 22 gelesen. Chapeau!

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Anschläge auf Charlie Hebdo – Online-Kondolenzbuch

7. Januar 2015

Nach den Anschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris haben JournalistInnen weltweit Anteilnahme gezeigt und sich für die Meinungsfreiheit ausgesprochen. Auch die Reporter ohne Grenzen haben ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet.

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Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum

25. Februar 2015

Unter dem  Motto „Von Daten zu Erkenntnissen: Digitale Geisteswissenschaften als Mittler zwischen Information und Interpretation“ tagte in diesem Jahr der Verbund der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum. Die Vereinigung hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Plattform zur interdisziplinären Begegnung und eine Interessenvertretung für Forscher der Digital Humatities zu bilden. Eine der zentralen Fragen auf der Jahrestagung 2015 in Graz war, wie digitale wissenschaftliche Methoden speziell in den Geisteswissenschaften fruchtbar gemacht werden können. Neben theoretischen Diskussionen stand die Beschäftigung mit digitalen Werkzeugen und Software-Lösungen auf dem Programm. 2016 wird die Tagung zum Thema „Modellierung – Vernetzung – Visualisierung: Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma“ in Leipzig stattfinden.

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Lange Nacht des E-Books

27. Februar 2015

Am 27. Februar fand in München die Lange Nacht des eBooks statt, bei der Verlage, Verlagsdienstleister, Medienunternehmer, Büchereien und Buchhandlungen ihre Türen für die Öffentlichkeit öffneten und kostenfreie Lesungen, Diskussionen und Vorträge rund um das digitale Buch präsentierten. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zum zweiten eBookCamp München, einer Konferenz zum Austausch über neue Formate, Perspektiven und Risiken des digitalen Publizierens und Lesens.

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Start der Plattform bookbytes

12. März 2015

Das Börsenblatt – Wochenmagazin für den deutschen Buchhandel ist eines der wichtigsten Fachmagazine der Buchbranche. Im März 2015 erweiterte die Online-Plattform des Börsenblattes sein Angebot um das Blog „bookbytes“. Auf bookbytes sollen vor allem neue technische Lösungen für die Buchbranche vorgestellt und diskutiert werden. Digitur stellte bookbytes in der Kategorie „Fundstück“ kurz vor.

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Leipziger Buchmesse

12. März 2015

Vom 12. bis zum 15. März 2015 fand die Leipziger Buchmesse mit dem Schwerpunkt „1965 bis 2015. Deutschland – Israel.“ statt und erzielte einen BesucherInnenrekord. Insbesondere die jüngeren Besucher zeigten großes Interesse an der Manga- und Comic-Convention. Erstmals gab es auch eine Bloggerlounge, die Kristina Petzold für Digitur besucht hat.

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GYF: Open Knowledge

27. April 2015

Am 27. April fand eine Konferenz unter dem Titel  „Open Knowledge? Potentials of Digital Publishing in the Academic World“ am Essener Campus der Universität Duisburg-Essen statt.  Kathleen Fitzpatrick, eine der führenden Forscherinnen im Bereich Digitale Medien, hielt in der Keynote der Konferenz einen Vortrag über den digitalen medialen Wandel und dessen Potenziale, Herausforderungen und Implikationen für bzw. auf das akademische Publizieren und die Wissenschaft allgemein. Katharina Lührmann und Lisa-Marie Rheingruber haben den Tag für Digitur begleitet und kommentiert.

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Die digitale Goethe-Forschung startet mit dem Propyläen-Projekt

30. April 2015

Das Projekt „Propyläen. Forschungsplattform zu Goethes Biographica“ strebt eine umfangreiche Digitalisierung biografischer Zeugnisse Johann Wolfgang Goethes an. Das Mammut-Projekt wurde im April diesen Jahres gestartet und wird bis zu seiner Fertigstellung wohl noch einige Jahre Bearbeitungseit in Anspruch nehmen. Die Klassik Stiftung Weimar, die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz haben das Vorhaben gemeinsam ins Leben gerufen. In der Fundstück-Kategorie geben wir auf Digitur einen kleinen Einblick.

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re:publica 2015 – „Finding Europe“

5. Mai 2015

2007 hatte die erste re:publica Internetkonferenz unter den neugierigen Augen von 700 BesucherInnen stattgefunden. 2015 brach die Konferenz erneut ihren eigenen ZuschauerInnenrekord und lockte zwischen dem 5. und 7. Mai über 7000 BesucherInnen an. Unter dem Motto „Finding Europe” bot die re:publica mit 450 ReferentInnen aus 45 Ländern ein umfangreiches Programm, zu den netzpolitischen und digitalen Kulturräumen in Europa. Auf Digitur war die Konferenz mit einem Fundstück vertreten.

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Twitterfiction-Festival

11. Mai 2015

Vom 11. Bis zum 15. Mai ging das #Twitterfiction-Festival 2015 in die dritte Runde. Das Festival hat Leser, Autoren, Verlage und Interessierte zusammengeführt, um die kürzeste literarische Form unserer Zeit zu zelebrieren: Tweets. Lisa-Marie Rheingruber hat sich vor allem mit den medialen Reaktionen auf das Festival beschäftigt und die in den USA überwiegend positive Resonanz dem eher kritischen Meinungsbild zur Twitteratur in Deutschland gegenübergestellt.

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Electric Book Fair 2015

19. Juni 2015

2014 war die „Electric Book Fair“ als erste E-Book-Messe in Deutschland gestartet. 2015, im zweiten Jahr, bestand der Auftakt am 19. Juni aus einer elektrischen Lesenacht. Am zweiten Messetag konnten die TeilnehmerInnen im offenen Barcamp-Format selbst Workshops anbieten oder an ihnen teilnehmen. Die Themen reichten von „Data Driven Publishing“, über den Leser von morgen bis hin zur Literaturvermittlung im Netz. Die nächste Electric Book Fair findet am 25. und 26. Juni 2016 statt.

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Digitur goes London

21. Juni 2015

Im Juni hat Digitur-Redakteurin Katharina Graef am Spitalfields Life Blog-Kurs im Londoner East End teilgenommen. Mitgenommen hat sie nicht nur die Frage nach ihrer Blogger-Identität, sondern auch neue Blog-Ideen und Gedanken übers Bloggen als literarisches Genre.

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Der Bachmannpreis im Netz

1. Juli 2015

Was die Präsenz im Netz angeht, könnten die „Tage der deutschsprachigen Literatur“, kurz der „Ingeborg-Bachmann-Preis“, durchaus als Vorbild für andere Preise fungieren. Wie jedes Jahr fand das Wettlesen, das Wettkritisieren und die Preisverleihung in Klagenfurt am Wörtersee statt. Aber auch im Netz. So konnte man die Lesungen live am Fernseh- oder Computerbildschirm mitverfolgen, die Texte herunterladen und unter dem Hashtag #tddl auf Twitter mitdiskutieren. Auf dem Blog Literaturcafé.de wurde ein Video-Podcast zur Verfügung gestellt und an vielen anderen Stellen über das Geschehen gebloggt, zum Beispiel auf jungeverlagsmenschen.de, auf logbuch-suhrkamp.de und in einem kurzen Fundstück auch auf Digitur. Und eine glückliche Gewinnerin gab es natürlich auch: Nora Gomringer erhielt den Hauptpreis der Jury.

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Pub’n’Pub

3. Juli 2015

Am 3. Juli fand der  10. Publishing-Stammtisch Pub’n’Pub POTT im Essener Unperfekthaus statt. Pub’n’Pub ist eine von Leander Wattig ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe. Der Essener Stammtisch fand unter dem Namen „FanFiktion – Wenn die Fans die Geschichten weiterspinnen“ statt. Katharina Lührmann war für digitur dabei und beleuchtet am Beispiel der Fanfiction nicht nur die Frage der Kommerzialisierung von Fan-Literatur, sondern auch die Mechanismen und Möglichkeiten digital vernetzter Literaturproduktionen.

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Georg-Büchner-Preis für einen Pionier der Netzlitertaur

8. Juli 2015

In diesem Jahr ging der Georg-Büchner-Preis an den Schriftsteller Rainald Goetz als einem bedeutenden „Chronisten der Gegenwart“, wie es in der Jurybegründung heißt. Damit wird ein Autor geehrt, der den Literaturbetrieb nicht nur um einige denkwürdige Momente und natürlich Texte bereichert, sondern auch die deutsche Netzliteratur geprägt hat. In der Netzliteraturforschung wird Rainald Goetz als Pionier des netzliterarischen Genres der literarischen Blogger gehandelt. Bereits 1989 hatte er mit einem öffentlichen Tagebuch im Netz, seinem „täglichen Textgebet“, damit begonnen, was wir heute literarisches Bloggen nennen. Diese Aphorismen-Sammlung wurde später unter dem Titel „Abfall für Alle“ in Buchform veröffentlicht.

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Die Buchpreis-Blogger und der Deutsche Buchpreis

19. August 2015

Die Bekanntgabe der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2015 hatte in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung für die literarische Netzwelt: Sie war der Startschuss für die sieben „Buchpreisblogger“, die im Vorfeld der Verleihung die nominierten Titel auf ihren Blogs vorstellen durften. Mit dabei waren unter anderem buchrevier, Klappentexterin und Buzzaldrins Bücher. Einen Überblick über die Texte bietet der Buchpreisblogger Kaffeehaussitzer sowie die Facebookseite des Deutschen Buchpreises und die Einträge unter dem Hashtag  #dbp15. Den Text zum Gewinnerbuch „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ von Frank Witzel gibt’s auf lustauflesen.de.

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Blogger für Flüchtlinge

24. August 2015

Im August wurde die Initiative Blogger für Flüchlinge – Menschen für Menschen ins Leben gerufen. Die Spendenaktion ist auf eine so große Resonanz gestoßen, dass in der Folge viele Projekte in ganz Deutschland mit den Spenden unterstützt werden konnten. Buch-, Food-, Politik- oder Modeblogger, themenunabhängig setzten Blogger ein Zeichen für Solidarität und Hilfsbereitschaft.

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Start von Blendle – Online-Zeitungskiosk

14. September 2015

Am 14. September ist der Digitalkiosk „Blendle“ mir mehr als hundert Titel in Deutschland gestartet. Aus den angebotenen Zeitungen können sich die Nutzer Artikel einzeln zusammenkaufen. Die Literaturkritik aus der einen Zeitung, den Börsenteil aus der anderen. Das soll mehr Entscheidungsfreiheit und weniger Abo-Hürden für die Nutzer bringen. Im Zeitungskiosk um die Ecke kommt man wohl selten auf die Idee, andere Käufer nach ihren Lesegewohnheiten zu fragen. Blendle aber ist nicht nur Kiosk, sondern auch soziales Netzwerk. Die Nutzer können verfolgen, was ihre Bekannten lesen und bekommen auf Basis ihrer bisher erworbenen Artikel Empfehlungen angezeigt.

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Frankfurter Buchmesse mit Bloggertreffen

14. Oktober 2015

DIgitur war als offizieller Medienpartner des Orbanism Space auch in diesem Jahr wieder auf der Frankfurter Buchmesse.  In dem von Christiane Frohmann und Leander Wattig gegründeten Orbanism Space gab es erstmals ein 140 Minuten Twittertreffen, inklusive Twitter-Lesung. Schriftstellerin und „Twitterin“ Zoë Beck hat aus ihrem Tagebuch gelesen und die Buchmesse in 30 Sekunden zusammengefasst.

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Das Metablog „Lit21“ – die neue Anlaufstelle des digitalen Literaturdiskurses

4. November 2015

Mit „Lit21“ bietet das Online-Kulturmagazin Perlentaucher erstmals eine Sammelstelle für literarische Online-Medien. Es bündelt die Feeds von Blogs, Magazinen und Radiosendern aus dem literarischen Themenbereich. Ein Ende der Quellen-Liste ist noch nicht in Sicht, dafür aber das Ende mühsamer Klicktiraden auf dem Weg zu einem Überblick über den literarischen Online-Diskurs. Ein Interview über Entstehung und Ziele des Projekts führte literaturcafe.de mit Perlentaucher-Gründer Thierry Chervel.

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Orbanism Festival

28. November 2015

Das Orbanism-Festival „Falling in Love“ (#fil15) für offene Kultur fand am 28. und 29. November in Berlin und im Netz statt. Teil des Orbanism-Festivals ist auch die inhaltliche Diskussion über neue Möglichkeiten und Wege für den Umgang mit digitalem Content. GesprächspartnerInnen waren unter anderem Sascha Lobo, Thees Uhlmann, und Judith Holofernes.

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Abschluss des Netzliteratur-Projekts des Literaturarchivs Marbach

1. Dezember 2015

Mit einem Workshop endete das fast dreijährige Forschungsprojekt des Deutschen Literaturarchivs Marbach zu den Archivierungsmöglichkeiten der Netzliteratur. Unter dem Titel „Netzliteratur im Archiv: Erfahrungen und Ergebnisse“ wurde das Erreichte resümiert. Zu Gast waren dabei nicht nur ForscherInnen, sondern auch wichtige Figuren der deutschen Netzliteratur wie Johannes Auer oder Frank Klötgen. Unser Fundstück auf Digitur fasst die Eckdaten zusammen.

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Zusammengestellt von Kyra Palberg und Kristina Petzold

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