Fundstück: Die Zukunft des Lesens

Jahrestagung Internationale Buchwissenschaftliche Gesellschaft. Foto: CC0 pixabay.com

Nicht nur Digitur macht sich Gedanken um Literatur im medialen Zeitalter. Vom 20. bis 22. September trifft sich die Internationale Buchwissenschaftliche Gesellschaft im Münchener Literaturhaus. Die Jahrestagung steht unter dem Motto „Die Zukunft des Lesens“. Viele Fragen rund ums Lesen stehen an den drei Tagen im Mittelpunkt: Wie werden wir in Zukunft lesen? Welche Auswirkungen haben Kindle, Tablets und co. auf unsere Lesegewohnheiten? Und inwieweit reagieren Buchhandlungen, Verlage oder Bibliotheken auf den digitalen Wandel? Vertreter aus verschiedenen Disziplinen versuchen diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Die öffentliche Podiumsdiskussion „Der vernetzte Leser – Herausforderungen zwischen Utopie und Dystopie“ am 21. September bietet eine gute Plattform dafür. München ist Ende September für Leser und Leserinnen auf alle Fälle eine Reise wert. Anmeldungen sind bis zum 31. August unter www.buchwiss.de möglich.

Technologie oder Analogie?

Selber Postkarten schreiben, Taschenkalender und ausgedruckte Texte für Seminare: Analogie im Alltag kann auch schön sein.
Foto: CC-BY-NC-SA 4.0 Isabel Grabow

Medien wie Fotos, Videos und eBooks, persönliche Dokumente wie Briefe und Listen, Verträge und Rechnungen. All diese Daten sind miteinander verbunden und vernetzt: Durch unsere elektronischen Geräte wie Handy, Laptop und Tablet und noch mehr durch unser Heimnetz oder Cloud-Dienste. Wir haben uns privat und beruflich oft ein großes und komplexes Netwerk all unserer Daten aufgebaut. Dieses Phänomen beschrieben Martin Schallbruch, stellvertretender Direktor am Digital Society Institute der ESMT Berlin, und der Jurist Jan Möller auf der re:publica 2017 in Berlin. Bei ihrer Veranstaltung „Make life easy (again)!? Was wollen wir uns von Technologien abnehmen lassen und zu welchem Preis?“ gingen sie der Frage nach inwiefern wir uns von der Komplexität der Technologie leiten lassen wollen und was wir dabei alles beachten müssen. Martin Schallbruch stellte dabei die Vorteile dieser Vernetzung heraus: „Alles ist einfacher, denn alle Geräte reden mit mir und sind auch mobil immer für mich erreichbar.“  Dem gegenüber bemerkte Jan Möller, dass obwohl alles einfacher geworden ist, auf der anderen Seite auch alles komplizierter ist. Weiterlesen „Technologie oder Analogie?“

Ich verliere die Lust am Lesen

Nehmt Euch wieder mehr Zeit zum Lesen! Bild: Pixabay CC0

Neulich wurde ich wieder einmal zu einem Speed-Reading-Workshop an der Uni eingeladen, um zu lernen, noch mehr Text in noch kürzerer Zeit zu lesen. Als Studentin der Geisteswissenschaften muss ich jede Menge Texte lesen, auf der Arbeit funktioniert auch nichts ohne Lesen und auf Facebook, Twitter und Co wäre es langweilig sich nur die Bilder anzuschauen. Wenn ich Artikel im Internet lese, die mich eigentlich interessieren, erwische ich mich immer häufiger dabei, wie ich nach ein paar Absätzen nach unten scrolle, um zu schauen, wie lang der Artikel noch ist. So viele Informationen über so viele unterschiedliche Themengebiete und ich merke: Ich verliere die Lust am Lesen.  Weiterlesen „Ich verliere die Lust am Lesen“

Fundstück: Auf zu den Düsseldorfer Literaturtagen

 

Düsseldorfer Literaturtage und Bücherbummel auf der Kö. Bild: http://www.buecherbummel-auf-der-koe.de/

An den Ostertagen kann endlich wieder durchgeatmet und ein Blick auf zukünftige Literatur-veranstaltungen in der Umgebung geworfen werden. Für einen Besuch bieten sich zum Beispiel die Düsseldorfer Literaturtage an. Diese finden vom 6. bis zum 18. Juni statt und stehen unter dem Motto: LIBERTÉ. Das wird sowohl in Lesungen und Diskussionen als auch in Ausstellungen aufgegriffen. Autoren wie Friedrich Ani oder Carolin Emcke beschäftigen sich mit Fragen wie: Was ist Freiheit? Oder: Wo hört sie auf? Zusätzlich findet vom 8. bis zum 11. Juni der Bücherbummel auf der Königsallee statt. Dort präsentieren sich Verlage, Kulturinstitute oder Buchhandlungen. Die Programme der Veranstaltungen könnt ihr euch auf http://www.buecherbummel-auf-der-koe.de/ anschauen, sowie Karten im Vorverkauf erwerben. Düsseldorf ist im Juni auf jeden Fall ein Besuch wert.

Kritik an der lit.RUHR

lit.RUHR
Das Ruhrgebiet ist nicht nur für Hochöfen und Stahl bekannt. Auch die Literaturszene kann sich sehen lassen. Foto: Pixabay.

Letzte Woche kündigte Digitur die lit.RUHR, einen Ableger der lit.Cologne im Ruhrgebiet, mit Vorfreude an. Doch schnell erreichten die Redaktion erste kritische Kommentare zu dem fünftägigen Literaturfestival. Dabei geht es nicht um die lit.RUHR als Event an sich – dass hier vermutlich interessante Autoren auftreten werden, das will niemand bestreiten. Doch die Art und Weise, wie die lit.RUHR auf den Weg gebracht wurde und wie sie der Öffentlichkeit präsentiert wird, stört viele Mitglieder der Literaturszene im Pott – denn fast erscheint es so, als würde es hier bisher gar keine Literaturszene geben. Dass es im Ruhrgebiet auch vor dem Festival schon viele Literaturveranstaltungen mit namenhaften Autoren gegeben hat, scheint vernachlässigt zu werden. Besonders aktive Organisatoren solcher Veranstaltungen sind in Essen Beate Scherzer von der Buchhandlung Proust und Norbert Wehr von der Literaturzeitschrift Schreibheft. Wir haben die beiden zu ihren Bedenken gegenüber der lit.RUHR befragt. Weiterlesen „Kritik an der lit.RUHR“

Und was kommt nach postfaktisch und Fake-News?

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Es wird immer schwerer im Netz Fake-News zu identifizieren. CC By-SA 4.0 Chantal Otterbein

Fake-News, das sind bewusst verbreitete Falschmeldungen, die nicht zuletzt auch in Deutschland für Diskussionen gesorgt haben und die Politik ins Strudeln um mögliche Lösungswege bringt.
Die Falschmeldungen sind emotional aufgeladen und schaffen es in kürzester Zeit im Internet hitzige Diskussionen entstehen zu lassen. Denn anstatt die Fakten zu hinterfragen und die Glaubwürdigkeit erst einmal zu prüfen, wird geglaubt, was in unser aller Weltbild passt. Weiterlesen „Und was kommt nach postfaktisch und Fake-News?“

Nicht den Anschluss verlieren. Ein Kommentar

Home Office: So stellt sich vor allem die jüngere Generation die zukünftige Arbeitswelt vor. Bild: Pixabay CC0
Home Office: So stellt sich vor allem die jüngere Generation die zukünftige Arbeitswelt vor. Bild: Pixabay CC0

Höher – schneller – weiter. Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und der Arbeitswelt scheint keine Grenzen zu kennen. Vor allem „schneller“ scheint das Motto zu sein, wer mit der digitalen Entwicklung Schritt halten will, muss sich stetig auf dem Laufenden halten.

Auch für Unternehmen bringt die Digitalisierung jede Menge Vorteile: Flexiblere Arbeitsmodelle, wie Home Office, sind nur durch digitale Vernetzung möglich – und genau das, was sich vor allem die jüngere Generation auf dem Arbeitsmarkt wünscht. Auch das Social Intranet zum kollaborativen und vernetzten Arbeiten ist immer mehr auf dem Vormarsch und entspricht in einer Generation, die mit Facebook groß geworden ist, der Lebenswirklichkeit. Dem gegenüber steht der althergebrachte 8-Stunden-Job: pünktlich Kommen, pünktlich Gehen, Aktenordner, in denen wichtige Dokumente abgelegt werden, jeder arbeitet für sich. Zwar nimmt diese Form des Arbeitens, das noch vor ein paar Jahren Gang und Gäbe war, immer mehr ab, doch es muss berücksichtigt werden, dass es auch Menschen gibt, die genau das wollen und vor (digitalen) Veränderungen eher zurückschrecken als sich dafür zu begeistern. Besonders große Unternehmen leisten hier einen enormen Spagat zwischen den Generationen und müssen aufpassen, dass sie die eine Seite nicht über- und die andere nicht unterfordern. Weiterlesen „Nicht den Anschluss verlieren. Ein Kommentar“

Adieu 2016 – wir sind bereit für 2017

Adieu 2016 – Jahresrückblick Digitur
Adieu 2016 – Wir sind bereit für 2017! Digitur wünscht allen LeserInnen einen guten Rutsch ins Neue Jahr (Bild: Pixabay CC0)

Ein #postfaktisches Jahr geht zu Ende – ein trauriges für den Journalismus auf der ganzen Welt. Noch so eins brauchen wir nicht. Während Worte wie „Lügenpresse“ und „FakeNews“ die deutsche Medienlandschaft bestimmten, zahlreiche Journalisten in der Türkei verhaftet wurden und das polnische Parlament die Pressefreiheit massiv einschränkte, erhielt Bob Dylan den Literaturnobelpreis. Macht diese Wahl 2016 auch zu einem traurigen Jahr für die Literatur? Weiterlesen „Adieu 2016 – wir sind bereit für 2017“

Digitur wünscht frohe Weihnachten!

Es ist schon wieder so weit... Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­hor­st
Es ist schon wieder so weit… Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­hor­st

Es ist schon wieder so weit: Viel zu schnell sind alle 24 Türchen des Adventskalenders geöffnet und der Inhalt vertilgt, die Weihnachtsgeschenke stehen fertig verpackt auf dem Tisch und die letzten Einkäufe sind auch erledigt. So stressig die Vorweihnachtszeit auch oft ist, so schön sind die Weihnachtstage, die wir mit unserer Familie und unseren Liebsten verbringen und so mit den Dingen, für die oftmals viel zu wenig Zeit bleibt.

Genau das werden wir, die Digitur-Redaktion, jetzt auch tun und deshalb wünschen wir euch von Herzen ein paar stressfreie, völlig entschleunigte und schöne Tage. Genießt die Zeit mit euren Lieben – vielleicht mit lustigen Spielen unterm Weihnachtsbaum – , frischt beim gemeinsamen Singen die Textsicherheit auf oder überlasst das Musikmachen lieber anderen, um euch in Stimmung zu bringen. Frohe Weihnachten!

Christmas is loading…

Advent Digitur
Weihnachten ist die analogste Zeit im Jahr. Foto: Pixabay.

Das Massenfest Weihnachten steht vor der Tür und wird immer digitaler. Dass sich auch das zweithöchste christliche Fest nicht dem Rhythmus elektronischer Wellen entziehen kann, ist wohl keine Überraschung. 2011 hat Papst Benedikt XVI. dank einer Drahtlosverbindung zum örtlichen Stromnetz den ‚Weihnachtsbaum‘, eine riesige Installation mit Weihnachtslichtern im über 200 Kilometer entfernten Umbrien (Region Italiens), per Tablet ‚entzündet‘. Ein Jahr später begann er das Twittern. Weiterlesen „Christmas is loading…“