Fundstück: Auf zu den Düsseldorfer Literaturtagen

 

Düs­sel­dor­fer Lite­ra­tur­ta­ge und Bücher­bum­mel auf der Kö. Bild: http://www.buecherbummel-auf-der-koe.de/

An den Oster­ta­gen kann end­li­ch wie­der durch­ge­at­met und ein Bli­ck auf zukünf­ti­ge Literatur-veranstaltungen in der Umge­bung gewor­fen wer­den. Für einen Besu­ch bie­ten sich zum Bei­spiel die Düs­sel­dor­fer Lite­ra­tur­ta­ge an. Die­se fin­den vom 6. bis zum 18. Juni statt und ste­hen unter dem Mot­to: LIBERTÉ. Das wird sowohl in Lesun­gen und Dis­kus­sio­nen als auch in Aus­stel­lun­gen auf­ge­grif­fen. Auto­ren wie Fried­rich Ani oder Caro­lin Emcke beschäf­ti­gen sich mit Fra­gen wie: Was ist Frei­heit? Oder: Wo hört sie auf? Zusätz­li­ch fin­det vom 8. bis zum 11. Juni der Bücher­bum­mel auf der Königs­al­lee statt. Dort prä­sen­tie­ren sich Ver­la­ge, Kul­tur­in­sti­tu­te oder Buch­hand­lun­gen. Die Pro­gram­me der Ver­an­stal­tun­gen könnt ihr euch auf http://www.buecherbummel-auf-der-koe.de/ anschau­en, sowie Kar­ten im Vor­ver­kauf erwer­ben. Düs­sel­dorf ist im Juni auf jeden Fall ein Besu­ch wert.

Kritik an der lit.RUHR

lit.RUHR

Das Ruhr­ge­biet ist nicht nur für Hoch­öfen und Stahl bekannt. Auch die Lite­ra­tur­sze­ne kann sich sehen las­sen. Foto: Pixabay.

Letz­te Woche kün­dig­te Digi­tur die lit.RUHR, einen Able­ger der lit.Cologne im Ruhr­ge­biet, mit Vor­freu­de an. Doch schnell erreich­te die Redak­ti­on ers­te kri­ti­sche Kom­men­ta­re zu dem fünf­tä­gi­gen Lite­ra­tur­fes­ti­val. Dabei geht es nicht um die lit.RUHR als Event an sich — dass hier ver­mut­li­ch inter­es­san­te Auto­ren auf­tre­ten wer­den, das will nie­mand bestrei­ten. Doch die Art und Wei­se, wie die lit.RUHR auf den Weg gebracht wur­de und wie sie der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert wird, stört vie­le Mit­glie­der der Lite­ra­tur­sze­ne im Pott — denn fast erscheint es so, als wür­de es hier bis­her gar kei­ne Lite­ra­tur­sze­ne geben. Dass es im Ruhr­ge­biet auch vor dem Fes­ti­val schon vie­le Lite­ra­tur­ver­an­stal­tun­gen mit namen­haf­ten Auto­ren gege­ben hat, scheint ver­nach­läs­sigt zu wer­den. Beson­ders akti­ve Orga­ni­sa­to­ren sol­cher Ver­an­stal­tun­gen sind in Essen Bea­te Scher­zer von der Buch­hand­lung Proust und Nor­bert Wehr von der Lite­ra­tur­zeit­schrift Schreib­heft. Wir haben die bei­den zu ihren Beden­ken gegen­über der lit.RUHR befragt. Wei­ter­le­sen

Und was kommt nach postfaktisch und Fake-News?

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Es wird immer schwe­rer im Netz Fake-News zu iden­ti­fi­zie­ren. CC By-SA 4.0 Chan­tal Otter­bein

Fake-News, das sind bewusst ver­brei­te­te Falsch­mel­dun­gen, die nicht zuletzt auch in Deutsch­land für Dis­kus­sio­nen gesorgt haben und die Poli­tik ins Stru­deln um mög­li­che Lösungs­we­ge bringt.
Die Falsch­mel­dun­gen sind emo­tio­nal auf­ge­la­den und schaf­fen es in kür­zes­ter Zeit im Inter­net hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen ent­ste­hen zu las­sen. Denn anstatt die Fak­ten zu hin­ter­fra­gen und die Glaub­wür­dig­keit erst ein­mal zu prü­fen, wird geglaubt, was in unser aller Welt­bild passt. Wei­ter­le­sen

Nicht den Anschluss verlieren. Ein Kommentar

Home Office: So stellt sich vor allem die jüngere Generation die zukünftige Arbeitswelt vor. Bild: Pixabay CC0

Home Office: So stellt sich vor allem die jün­ge­re Gene­ra­ti­on die zukünf­ti­ge Arbeits­welt vor. Bild: Pixabay CC0

Höher – schnel­ler – wei­ter. Die zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung der Gesell­schaft und der Arbeits­welt scheint kei­ne Gren­zen zu ken­nen. Vor allem „schnel­ler“ scheint das Mot­to zu sein, wer mit der digi­ta­len Ent­wick­lung Schritt hal­ten will, muss sich ste­tig auf dem Lau­fen­den hal­ten.

Auch für Unter­neh­men bringt die Digi­ta­li­sie­rung jede Men­ge Vor­tei­le: Fle­xi­ble­re Arbeits­mo­del­le, wie Home Office, sind nur durch digi­ta­le Ver­net­zung mög­li­ch – und gen­au das, was sich vor allem die jün­ge­re Gene­ra­ti­on auf dem Arbeits­markt wünscht. Auch das Soci­al Intra­net zum kol­la­bo­ra­ti­ven und ver­netz­ten Arbei­ten ist immer mehr auf dem Vor­mar­sch und ent­spricht in einer Gene­ra­ti­on, die mit Face­book groß gewor­den ist, der Lebens­wirk­lich­keit. Dem gegen­über steht der alt­her­ge­brach­te 8-Stunden-Job: pünkt­li­ch Kom­men, pünkt­li­ch Gehen, Akten­ord­ner, in denen wich­ti­ge Doku­men­te abge­legt wer­den, jeder arbei­tet für sich. Zwar nimmt die­se Form des Arbei­tens, das noch vor ein paar Jah­ren Gang und Gäbe war, immer mehr ab, doch es muss berück­sich­tigt wer­den, dass es auch Men­schen gibt, die gen­au das wol­len und vor (digi­ta­len) Ver­än­de­run­gen eher zurück­schre­cken als sich dafür zu begeis­tern. Beson­ders gro­ße Unter­neh­men leis­ten hier einen enor­men Spa­gat zwi­schen den Gene­ra­tio­nen und müs­sen auf­pas­sen, dass sie die eine Sei­te nicht über- und die ande­re nicht unter­for­dern. Wei­ter­le­sen

Adieu 2016 – wir sind bereit für 2017

Adieu 2016 – Jahresrückblick Digitur

Adieu 2016 – Wir sind bereit für 2017! Digi­tur wünscht allen Lese­rIn­nen einen guten Rut­sch ins Neue Jahr (Bild: Pixabay CC0)

Ein #post­fak­ti­sches Jahr geht zu Ende – ein trau­ri­ges für den Jour­na­lis­mus auf der gan­zen Welt. Noch so eins brau­chen wir nicht. Wäh­rend Worte wie „Lügen­pres­se“ und „Fake­News“ die deut­sche Medi­en­land­schaft bestimm­ten, zahl­rei­che Jour­na­lis­ten in der Tür­kei ver­haf­tet wur­den und das pol­ni­sche Par­la­ment die Pres­se­frei­heit mas­siv ein­schränk­te, erhielt Bob Dylan den Lite­ra­tur­no­bel­preis. Macht die­se Wahl 2016 auch zu einem trau­ri­gen Jahr für die Lite­ra­tur? Wei­ter­le­sen

Digitur wünscht frohe Weihnachten!

Es ist schon wieder so weit... Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­hor­st

Es ist schon wie­der so weit… Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­hor­st

Es ist schon wie­der so weit: Viel zu schnell sind alle 24 Tür­chen des Advents­ka­len­ders geöff­net und der Inhalt ver­tilgt, die Weih­nachts­ge­schen­ke ste­hen fer­tig ver­packt auf dem Tisch und die letz­ten Ein­käu­fe sind auch erle­digt. So stres­sig die Vor­weih­nachts­zeit auch oft ist, so schön sind die Weih­nachts­ta­ge, die wir mit unse­rer Fami­lie und unse­ren Liebs­ten ver­brin­gen und so mit den Din­gen, für die oft­mals viel zu wenig Zeit bleibt.

Gen­au das wer­den wir, die Digitur-Redaktion, jetzt auch tun und des­halb wün­schen wir euch von Her­zen ein paar stress­freie, völ­lig ent­schleu­nig­te und schö­ne Tage. Genießt die Zeit mit euren Lie­ben — viel­leicht mit lus­ti­gen Spie­len unterm Weih­nachts­baum — , frischt beim gemein­sa­men Sin­gen die Text­si­cher­heit auf oder über­lasst das Musik­ma­chen lie­ber ande­ren, um euch in Stim­mung zu brin­gen. Fro­he Weih­nach­ten!

Christmas is loading…

Advent Digitur

Weih­nach­ten ist die ana­logs­te Zeit im Jahr. Foto: Pixabay.

Das Mas­sen­fest Weih­nach­ten steht vor der Tür und wird immer digi­ta­ler. Dass sich auch das zweit­höchs­te christ­li­che Fest nicht dem Rhyth­mus elek­tro­ni­scher Wel­len ent­zie­hen kann, ist wohl kei­ne Über­ra­schung. 2011 hat Papst Bene­dikt XVI. dank einer Draht­los­ver­bin­dung zum ört­li­chen Strom­netz den ‚Weih­nachts­baum‘, eine rie­si­ge Instal­la­ti­on mit Weih­nachts­lich­tern im über 200 Kilo­me­ter ent­fern­ten Umbri­en (Regi­on Ita­li­ens), per Tablet ‚ent­zün­det‘. Ein Jahr spä­ter begann er das Twit­tern. Wei­ter­le­sen

Für ein herzliches Willkommen!

Cover - Willkomen! Blogger schreiben für Flüchtlinge

Der Erlös  des E-Books wird an „Blog­ger für Flücht­lin­ge” gespen­det.

Bren­nen­de Asyl­be­wer­ber­hei­me, Atta­cken von rech­ten Mobs auf ver­ängs­tig­te Flücht­lin­ge und die AfD, die als angeb­li­che „Alter­na­ti­ve” für „besorg­te Bür­ger” Hass und Ängs­te gegen die „Frem­den schürt, zeich­nen ein düs­te­res Bild deut­scher ‚Will­kom­mens­kul­tur‛. Dass es aber auch Men­schen gibt, die mit Herz­lich­keit und gro­ßem Enga­ge­ment auf die Hil­fe­su­chen­den zuge­hen, zei­gen die bewe­gen­den und auf­rüt­teln­den Tex­te des E-Books Will­kom­men! Blog­ger schrei­ben für Flücht­lin­ge. Dar­in räu­men die Auto­ren mit Vor­ur­tei­len auf, bezie­hen Stel­lung gegen Ras­sis­mus und Frem­den­hass und erzäh­len vor allem ganz per­sön­li­che, rea­le Geschich­ten von Flucht und Nächs­ten­lie­be. Einen Ein­bli­ck gibt die­se Rezen­si­on ergän­zend zur Erläu­te­rung des Pro­jekts in unse­rem Bei­trag Mit digi­ta­ler Kraft für Soli­da­ri­tät und Nächs­ten­lie­be. Wei­ter­le­sen

Wenn die Generation Online ins Off gezwungen wird — Ein Kommentar

Bild: CC0 pixabay.com

Sind die Online-Semesterapparate nächs­tes Jahr schon Geschich­te, wer­den zahl­rei­che Stu­den­ten wie­der hau­fen­wei­se Bücher schlep­pen müs­sen. Bild: CC0 pixabay.com

Es ist höchs­tens ein lei­ses Klap­pern, was man in Deutsch­lands Hör­sä­len neben den Stim­men der Leh­ren­den über­wie­gend wahr­nimmt. Das Krat­zen von Stif­ten über Papier oder das Umblät­tern von Buch­sei­ten? Fehl­an­zei­ge. Statt Notiz­blö­cken und Kugel­schrei­bern nut­zen wir mit immer grö­ße­rer Vor­lie­be Lap­tops oder Tablets für unse­re Auf­zeich­nun­gen – weil es in den meis­ten Fäl­len ein­fach so viel prak­ti­scher ist. Die Noti­zen sind schnell gemacht, trotz aller Eile leser­li­ch, über­sicht­li­ch, und soll­te man nach­träg­li­ch etwas hin­zu­fü­gen müs­sen, ist auch das stets ohne Platz­man­gel mög­li­ch. Doch das Bes­te dar­an? Direk­tes Ein­bin­den von eige­nen Noti­zen in Skrip­te oder Unter­richts­ma­te­ria­li­en, sodass alle Lern­in­hal­te an einem Ort gesam­melt sind, inklu­si­ve der inte­grier­ten Stich­wort­su­che. Und all das ist mög­li­ch durch die Bereit­stel­lung von wis­sen­schaft­li­chen Arti­keln, Lite­ra­tur­aus­zü­gen und Skrip­ten in den Online-Semesterapparaten unse­rer Uni­ver­si­tä­ten – deren Exis­tenz jedoch jetzt in Gefahr ist. Wei­ter­le­sen

Den richtigen Ton finden — über die Angemessenheit der Sprache

Emojis - ob per SMS, auf WhatsApp oder per Mail, sie sind unsere tagtäglichen Begleiter in der digitalen Kommunikation geworden.

Emo­jis — ob per SMS, auf Whats­App oder per Mail. Sie sind unse­re tag­täg­li­chen Beglei­ter in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on gewor­den.

Mal wie­der eine Mail, bei der man sich ins­ge­heim fragt, was dem Absen­der die Lau­ne ver­dor­ben hat, eine dienst­li­che Nach­richt mit unan­ge­mes­se­ner Gruß­for­mel oder eine Whatsapp-Nachricht ohne jeg­li­che Emo­jis: Die Varia­tio­nen, sich im digi­ta­len Ton zu ver­grei­fen oder den Anschein des­sen zu erwe­cken, sind viel­fäl­tig. So ger­ne wir das Inter­net auch nut­zen, um mal schnell noch eine Nach­richt los­zu­schi­cken, desto schwie­ri­ger ist manch­mal die kor­rek­te Ent­schlüs­se­lung.
Auch wenn sich so oft im Nach­hin­ein her­aus­stellt — war alles nicht so gemeint — ist es doch erschre­ckend, mit wel­cher Macht die ver­meint­li­che Nach­richt uns plötz­li­ch in eine klei­ne Kri­se stür­zen kann, wenn man die Worte auf die gedank­li­che Gold­waa­ge legt, sich über deren Bedeu­tung nicht im Kla­ren ist oder man gar Schlim­me­res ver­mu­tet. Die ande­re Sei­te: Die Ver­wen­dung von Emo­jis. Wer hat nicht die­sen einen Freund oder die Mama, die aus dem Uner­sätt­li­chen der Smiley-Palette schöpft. Immer wie­der sind Whatsapp-Nachrichten oder SMS geflu­tet von Affen­köp­fen, die die Hän­de über dem Kopf zusam­men­schla­gen oder gel­ben Gesich­tern, die schüch­tern lächeln. Der Vor­wurf, so man­cher nüt­ze sie im Über­fluss, ist dann viel­leicht doch eher ein dank­ba­res Äqui­va­lent, wenn so der char­man­te Bei­ge­schmack via zwin­kern­dem Smi­ley gewahrt wer­den kann. Wei­ter­le­sen