Kein Sommer ohne Bücher!

Ein idealer Einfang des Sommers zur Abendzeit. Was für viele in dieser Jahresphase nicht fehlen darf: (Urlaubs-) Lektüre. Foto: Annika Vahle

Egal ob auf dem Balkon, auf einer Wiese, am Strand oder ganz cool am Pool. Auch in der heißen Jahreszeit gehört Lektüre zu unserem Alltag dazu. Wie das Ufer zum See, die Waffel zum Eis – die Sommermonate sind ohne Bücher nicht vorstellbar. Wir nehmen sie mit in die unterschiedlichsten Länder und Städte, um auch dort der Realität zu entfliehen und in fantasievolle Welten einzutauchen. Sie werden zu einem Begleiter von uns, stellen manchmal sogar die Erinnerung an den Urlaub dar und oft ist es nicht nur ein Buch, das in dieser Zeit von uns verschlungen wird. Eine Seite nach der anderen wird umgeblättert, schenkt uns die Möglichkeit, umso mehr unsere freie Zeit zu genießen. Obwohl es unzählige Bücher gibt, die in den Rubriken „Sommerlektüre“ oder „Bücher für den Urlaub“ aufgelistet werden können – es sind nicht unbedingt die klischeehaften Sommerliebesromane (es ist Sommer, ein Mann und eine Frau verlieben sich), die während der warmen Monate gelesen werden. Stattdessen ist die Auswahl viel breiter, komplett genreunabhängig und völlig individuell bestimmt.

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Was Kaffee und Literatur gemeinsam haben

Bild: Theresa Müller

Durch ein kleines Fenster sieht man einen jungen Mann vor einer Kaffeemaschine mit einem Siebträger in der Hand stehen. Mit einer Drehbewegung befestigt er das Sieb an der Maschine. Frisch gemahlene Kaffeebohnen fallen in den Siebträger. Er stellt zwei Kännchen hin, in die der frische Espresso läuft. Danach nimmt er eine Packung Milch und gibt sie in ein Aufschäumgerät. In den Coffee-to-go-Becher füllt er langsam, als wäre jede Sekunde wichtig für das Aroma, die aufgeschäumte Milch, bis zum Rand. Mit beiden Kännchen in der Hand kippt er vorsichtig, aber doch routiniert, den Espresso in den Becher. Das Gemisch aus Milchschaum und Espresso quillt nach oben über den Becherrand ohne einen Tropfen zu verlieren. 120 Rubel (1,66€) kostet der Latte. Er wird durch das Fenster aus einem kleinen Kasten, in den gerade mal zwei Menschen hineinpassen, gereicht. Der Kasten steht an einer Straßenkreuzung in Sankt Petersburg. Weiterlesen „Was Kaffee und Literatur gemeinsam haben“

Fundstück: Literarisches Kicken – Autoren-Nationalmannschaft

Billd: CCO Pixabay

Morgen startet die 21. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Russland und damit auch der unumgängliche Fußball-Hype, der für vier Wochen auch von der literarischen Szene Besitz ergreift. Nicht nur Buchhandlungen und Verlage schießen mit den werbeträchtigen schwarz-weißen Ball. Im Sommer 2005, also kurz vor dem deutschen Sommermärchen, gründete sich eine äußerst interessante Nationalmannschaft, die Jogis Jungs durchaus Konkurrenz macht: Autonama, die Autoren-Nationalmannschaft. Das Fußballteam besteht aus Schriftstellern, Lyrikern und Dramatikern. Ihr Können präsentieren die Literaten im Rahmen der Writers’ League oder beim Schriftsteller-„Wor(l)d Cup“. Die Gegner, ebenfalls bestehend aus Künstlern, kommen aus aller Welt. So kommt es nicht nur zu einem sportlichen, sondern auch zu einem literarischen Austausch. Die DFB-Kulturstiftung unterstütz das Projekt, um den internationalen Kontakt zwischen Literaten zu fördern. Nach einem Spiel gegen die türkische Autoren-Nationalmannschaft 2009 verwandelte sich die Südtribüne vom Hamburger Millerntor-Stadion in Deutschlands größte Lesebühne, wo sowohl deutsche als auch türkische Autoren parallel auf mehreren Bühnen (unter anderem auch in den Umkleidekabinen) Lesungen abhielten. Die Gründung der deutschen Autoren-Nationalmannschaft verdanken wir dem bekennenden Fußballfan Thomas Brussig.

Fundstück: Literatur in den Häusern der Stadt

 

Auf dem Festival „Literatur in den Häusern der Stadt“ finden Lesungen u.a. auch in Gärten statt. Bild: CCO pixabay

Eine Veranstaltung, welche die Charakteristika der Salonkultur des 17. und 18. Jahrhunderts aufgreift, wäre wünschenswert?  Genau dies geschieht beim Festival Literatur in den Häusern der Stadt des KunstSalons vom 06. bis 10. Juni. Bereits zum 18. Mal laden Kulturförderer und Literaturunterstützer zu einem einzigartigen Erlebnis ein. In Gärten, Lofts, Privaträumen oder auf Dachterrassen finden in persönlicher Atmosphäre Lesungen mit Autor*innen, Schauspieler*innen und Sprechern statt. Die Besucher*innen haben anschließend die Möglichkeit, sich mit den Beteiligten über das Buch der Lesung auszutauschen und über für sie bemerkenswerte Aspekte zu diskutieren.

Das überregionale Festival, welches dieses Jahr Themen wie Entdeckungen und Wiederentdeckungen behandelt, findet 2018 in Köln, Bonn und Hamburg statt. Allein für Köln sind 28 Locations ausgewählt worden, an denen Literaturbegeisterte zusammenkommen können. Mit dabei sind nicht nur bekannte Schauspieler wie Peter Lohmeyer oder Simon Böer, sondern auch Hans Fallada oder Lukas Hartmann mit ihren Klassikern. Außerdem stellen Debütant*innen ihre Werke vor und die Besucher*innen  können sich auf die Präsentation von Neuerscheinungen freuen. Bilinguale Lesungen für alle, die sich für Literatur in anderen Sprachen interessieren, werden ebenfalls angeboten. Besonders schön: In einigen Fällen werden die Lesungen mit Musik untermalt oder durch szenisches Spiel unterstützt. In Hamburg findet in diesem Rahmen sogar ein Poetry Slam statt. Die Karten kosten 15 bis 22€ (inklusive VVKG) und sind im Internet sowie telefonisch erwerbbar.

re:publica: Über verschlüsselte Kommunikation und sexistische Sprache

Bild: CCO pixabay

Sexismus, Feminismus. Fremdbestimmung, Selbstbestimmung. Dieses Jahr wurde wieder viel über Machtverhältnisse und digitale Überwachung auf der re:publica diskutiert. Oder? So liest man in manchen Berichten über die re:publica, dass gerade die Diskussionen fehlten, die den Kongress doch eigentlich immer zu etwas Besonderem machen. Wir wären gerne dieses Jahr dabei gewesen, doch ein voller Seminarplan, ein Nebenjob und wenig Geld in der Tasche hielten uns davon ab. Nichtsdestotrotz haben wir die Konferenz online gespannt verfolgt. Über eine scheinbar vorherrschende Konsenskultur können wir nicht viel sagen, wenngleich auch im Stream zu erkennen war, dass sich die Redner doch wirklich immer sehr einig zu sein schienen. Manche waren sich dabei ihrer Rolle auf der Bühne auch durchaus bewusst, wie der Schriftsteller Marc-Uwe Kling, der seine Funktion als die des Köders bezeichnete. Weiterlesen „re:publica: Über verschlüsselte Kommunikation und sexistische Sprache“

„Stadtwahrnehmung“ Cincinnati: Das Essen am Ohio River

Bild: Rolf Parr

Cincinnati liegt am nördlichen Ufer des Ohio Rivers, im Süden des gleichnamigen Staates und direkt an der Grenze zu Kentucky. Bis vor kurzem hatte ich noch nie von dieser Stadt gehört. Dies änderte sich jedoch, als ich im Zuge eines transatlantischen Seminars mit dem Institut für Germanistik in Fach Literatur und Medienpraxis Cincinnati und die dort ansässige University of Cincinnati Anfang April besuchen durfte.

 Die Stadt wurde 1788 als militärischer Außenposten gegründet und erhielt 1812 den Städtestatus. Die Lage am Ohio River machte Cincinnati zu einem idealen Ort für Industrie und Handel, sodass sich in den 1840er auch viele deutsche Auswanderer in Cincinnati ansiedelten. Deren Einfluss lässt sich noch heute sowohl anhand von Straßen- und Ortsnamen, wie die Bremerstraße und das neue In-Viertel OTR (Over The Rhine), als auch an alten Gebäuden mit deutschen Schriftzügen erkennen. Weiterlesen „„Stadtwahrnehmung“ Cincinnati: Das Essen am Ohio River“

Digitalisierung trifft Theater

Wenn der Vorhang sich öffnet und das Theaterstück beginnt, erleben wir auch auf der Bühne immer mehr Digitalisierung . Bild: CCO pixabay.com

Filmausschnitte, die mit einem Beamer an die Wand projiziert werden, Schauspieler mit Smartphones und Laptop in der Hand, Roboter auf der Bühne. Die Digitalisierung hat auch das Theater längst erreicht. Schon seit Jahren wird das klassische Schauspiel auf der Bühne mit den Techniken von heute verknüpft. So können beispielsweise Filmausschnitte zeigen, was in der Vergangenheit stattgefunden hat, wie verschiedene Zwischenhandlungen aussehen und was sich hinter der Bühne abspielt. Erst neulich wurden bei einer Ballettaufführung des Schwanensees im Aalto-Theater in Essen plötzlich künstlerisch gefilmte Szenen gezeigt, die die Verwandlung des Schwans dargestellt haben.

Doch es geht mittlerweile weit über Filmausschnitte hinaus. Das Berliner Theaterkollektiv Manufaktur hat beispielsweise in seiner Produktion Pinocchio 2.0 seine Pinocchio-Figur durch einen Androiden ersetzt. Die Geschichte von Carlo Collodi wird auf der Bühne also mithilfe eines Roboters erzählt und in das Jahr 2084 versetzt. Literatur trifft Theater und Theater trifft Digitalisierung Mithilfe von Robotern. So könnte man es nennen.

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Fundstück: Der Deutsche Buchtrailer Award

Der Deutsche Buchtrailer Award wird auf der future!publish verliehen.
Der Deutsche Buchtrailer Award wird auf der future!publish verliehen. Bild: http://futurepublish.berlin/buchtraileraward/

Die future!publish steht vor der Tür (Digitur berichtete). Dieses Jahr feiert dort der Deutsche Buchtrailer Award Premiere. Buchtrailer sind längst kein neues Phänomen mehr. Schon seit Jahren nutzen sie die Faszination für bewegte Bilder, um einen Text zu bewerben. Sie werden beispielsweise auf YouTube platziert, bei Facebook & Co. geteilt und auf den Webseiten der Verlage eingebunden. Mit dem Deutschen Buchtrailer Award erhalten Buchtrailer nun erstmals eine angemessene Würdigung.
Unter allen Einsendungen wählte die Jury, die unter anderem aus Booktubern und Filmkritikern besteht, die Shortlist. Der Gewinner kann sich über eine Ausstrahlung in allen 12 Kinos der Yorck Kinogruppe in Berlin freuen. Auch die Plätze 2 bis 5 erhalten einen Preis.
Der Buchtrailer Award wurde von dem Verlag duotincta, dem Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der future!publish ins Leben gerufen und soll künftig jährlich vergeben werden.

Der Countdown läuft

Wir wünschen all unseren LeserInnen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bild: CC0 Pixabay.

Seid ihr schon die Stunden und Minuten des alten Jahres am Zählen? Bevor wir ins neue Jahr starten, haben wir noch ein paar Tipps für den perfekten Countdown, Vorhersagen für 2018 und den pünktlichen Neujahrgruß zusammengestellt.

Die klassische Countdown-App, die sekundengenau auf Neujahr zählt, gibt es im Google Play Store unter Silvester Countdown oder für iOS New Years Countdown Clock. Wer sich jetzt schon die Zukunft deuten lassen möchte, kann sich Unterstützung beim Bleigießen mit den Apps Bleigießen (Android) oder New Year’s Oracle (iOS) holen. Und wer endlich den pünktlichen Neujahrsgruß loswerden möchte, dem empfehlen wir Timer-Apps, mit denen vorab geschriebene Texte exakt zu einem festgelegten Zeitpunkt verschickt werden können. Funktioniert allerdings nur als SMS mit Do It Later (Android)/ SMS Scheduler (iOS).

Wir wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Chantal Otterbein

Gefährden Zero-Rating-Angebote die Netzneutralität?

Zero-Rating-Angebote: Auf der Website zunächst ein verlockendes Angebot. Foto: CC0 Johanna Böhnke

Auf den ersten Blick klingen Zero-Rating-Angebote ziemlich verlockend. Sie erlauben, für einen monatlichen Festbetrag bekannte Apps zu nutzen, ohne dafür Datenvolumen zu verbrauchen. Oftmals sind sie sogar kostenfrei zum eigenen Tarif hinzubuchbar. Ein Vorreiter hierfür war bereits 2014 die WhatsApp Prepaid-Karte, die es ermöglicht, den beliebten Messenger kostenlos zu nutzen. 2017 brachten zunächst die Telekom und vor kurzem auch Vodafone eigene Zero-Rating-Modelle auf den Markt.

Nutzer des Telekom-Angebots StreamOn können zwischen drei Optionen wählen: Music, Music&Video und Music&Video Max. Vodafone Pass geht noch einen Schritt weiter. Das Angebot teilt das Netz in vier Kategorien auf: Social, Chat, Music und Video. Weiterlesen „Gefährden Zero-Rating-Angebote die Netzneutralität?“