Fundstück: Digitale Liebesgrüße von v*AI*lentine

Ein Liebesgedicht im Stil Shakespeares schreiben? – Die KI v*AI*lentine macht es möglich.

Euch fehlt noch ein Geschenk zum Valentinstag? Wie wäre es mit einem selbst geschriebenem Liebesgedicht? Wer dabei Unterstützung braucht, kann den Liebesgedichtgenerator v*AI*lentine der Brooklyner Medienagentur Huge nutzen. Dabei handelt es sich um eine Künstliche Intelligenz, die durch wenige Eingaben individuelle Gedichte generiert. Nur die Namen, die Liebslingsfarbe und -jahreszeit sowie das schönste Körperteil eurer Angebeteten sind für die Datenverarbeitung nötig. Nach einem Klick auf den Button »Show me the poem!« blinkt ein rotes Pixelherz auf und euer persönlich kreiertes Gedicht erscheint.

Das Ganze funktioniert laut Angaben der Website auf Basis der Markow-Kette, maschineller Sprachverarbeitung und den Sonetten William Shakespeares. Denn um die auf Algorithmen basierenden Gedichte erstellen zu können, wurde die KI mit sämtlichen 154 Sonetten Shakespeares gefüttert. Abschließend könnt ihr das Ergebnis natürlich über die sozialen Netzwerke mit den Liebsten teilen oder per E-Mail versenden. Also ran an die Tasten und erstellt für eure Romeos und Julias ein ganz besonderes Liebesgedicht!

Fundstück: Eine literarische Reise durch das Ruhrgebiet

Eine neue Perspektive auf den Pott. Bild: CCO

Die schönsten Wege zum Radeln, die eindrucksvollsten Wanderrouten oder der kulturellste Museums-marathon. Freizeit- und Reiseführer gibt es in allen Variationen, die in alle Winkel des Ruhrgebiets führen. Und doch hat es der Klartext-Verlag geschafft, eine thematische Lücke zu füllen. Denn der neue Wegweiser Literarische Orte im Ruhrgebiet lädt zu einer literarischen Entdeckungsreise quer durch die Metropole ein und stellt spannende Schauplätze aus Romanen und Gedichten der letzten drei Jahrhunderte vor. Mit dabei sind altbekannte Orte wie die Villa Hügel oder die sagenhafte Burg Volmarstein in Wetter, welche nun von ihrer literarischen Seite kennen gelernt werden können. Auch weniger bekannte Orte wie Gustav Sacks Wohnhaus oder Frank Goosens Bismarckturm in Bochum sind im Reiseführer vertreten.

Die Idee zum Buch stammt aus dem Projekt Literaturkarte.Ruhr, das aus einem Seminar der Ruhr-Universität Bochum hervorging. Studierende der Komparatistik entwickelten unter der Leitung von Dr. Stephanie Heimgartner eine digitale Karte, um die vielfältige Literaturszene des Ruhrgebiets visuell darzustellen. Aus den mittlerweile 350 digitalen Markern fanden die 31 spannensten Reiseziele ihren Weg ins Buch. (Klartext-Verlag, 144 Seiten, 16,95 Euro)

Fundstück: Das #Me Too-Phänomen in der Literatur

Der #MeToo als ein Zeichen des Zusammenhalts. Bild: Our Time Press

Der MeToo-Hashtag ist immer noch einer der aktuellsten in sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, obwohl er bereits Ende 2017 aufkam. Der Hashtag soll Frauen und Männer nicht nur ermutigen sich gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu wehren, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Viele berühmte Persönlichkeiten halfen dabei, die Thematik weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.  Obwohl es sich bei #Me Too um ein Internetphänomen handelt, ist das Motiv der starken Frau, die für sich selbst einsteht, auch in der Literatur beliebt. Die Bandbreite reicht dabei von fiktiven Geschichten bis zu ganz persönlichen Essays. Eines von vielen Beispielen ist In Praise of Difficult Women: Life Lessons From 29 Heroines Who Dared to Break the Rules von Karen Karbo. In diesem Buch stellt sie 29 Frauen aus der modernen Geschichte vor, die sich ihren Erfolg hart erkämpft haben, wie Frida Kahlo, Elizabeth Taylor oder Hilary Clinton. Roxane Gays Anthologie Not That Bad: Dispatches From Rape Culture thematisiert, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der Frauen tagtäglich mit sexueller Belästigung umgehen müssen, ohne ernst genommen zu werden,  wenn sie darüber sprechen. Diese beiden Essaysammlungen sind Beispiele für ein immer größer werdendes Angebot an inspirierenden Texten über ein Thema, über das viel zu oft geschwiegen wird.

 

 

Fundstück: Hier wird nichts dem Zufall überlassen

 

Netflix-Algorithmus überlässt nichts dem Zufall. Bild: CCO pixabay

Durch Zufall Gefallen an einer Serie oder einem Film zu finden, ist dank Algorithmen eigentlich nicht mehr möglich. Thema in den Medien ist das nicht erst seit gestern aber in den letzten Wochen tauchten immer öfter Artikel über den Netflix-Algorithmus in den Online- und Printmedien auf.  Weiterlesen „Fundstück: Hier wird nichts dem Zufall überlassen“

Fundstück: „Colette“ – ausdrucksvolles Biopic

Colette in der Aufführung Rêve d’Égypte im Moulin Rouge, 1907. Bild: CCO Léopold-Émile Reutlinger

Literarische Frauenpower im Kino – besser kann man das Biopic der bedeutendsten französischen Autorin des 20. Jahrhunderts nicht beschreiben. Mit Colette kommt nach Astrid Lindgren und Mary Shelley erneut das Leben einer mutigen, unkonventionellen Literatur-Ikone auf die Leinwand.

Colette, eigentlich Sidonie-Gabrielle Claudine Colette, 1873 in dem französischen Örtchen Saint-Sauveur-en-Puisaye geboren, muss sich als Schriftstellerin in einer unbarmherzigen Männerwelt durchsetzen. Ideal besetzt mit Keira Knightley, die jetzt schon als Oscar-würdig bezeichnet wird, beleuchtet Regisseur Wash Westmoreland (Still Alice) die jungen Jahre der Schriftstellerin. Von dem unsicheren Mädchen aus der Provinz, das erst noch unter dem Pseudonym ihres fremdgehenden Ehemannes (Dominic West) Willy schreibt, bis zu ihrer Selbstfindung und dem Bruch aller gesellschaftlichen und sexuellen Konventionen, die sie zum Superstar des Literaturbetriebs und des Varietés werden lassen.

Ein unterhaltsames und informatives Kostümdrama einer feministischen Vorreiterin, das inspiriert und einen glauben lässt, alle Widerstände überwinden zu können. Uns hat der Film Lust auf Romane wie Claudine à l’École und La Vagabonde bereitet.

Fundstück: Das Forum „Wir höflichen Paparazzi“

Das Internetforum „Wir höflichen Paparazzi“, Bild: Screenshot-Website

Wolfgang Herrndorf kennen viele aufgrund seiner Romane In Plüschgewittern oder Tschick – Dass er nebenbei von 2001 bis 2009 in dem von Christian Ankowitsch und Tex Rubinowitz gegründeten Forum Wir höflichen Paparazzi postete, ist jedoch nicht jedem bekannt. Herrndorf schrieb und veröffentlichte dort bis zu seinem Tod regelmäßig Texte. Für einige Jahre wurden in dem Forum reihenweise Beiträge produziert, es gab keine Zugangskriterien und viele Teilnehmer*innen, wie auch Herrndorf, posteten gleich unter mehreren Pseudonymen.

Im Forum trafen bereits veröffentlichte Autoren*innen, angehende Autoren*innen oder der einfache Otto-Normalverbraucher aufeinander. Nach dieser aktiven Zeit wurde es ruhiger in dem Forum, bis es geradezu zu einem Stillstand der Website kam. Durch die Veröffentlichung des Buches Stimmen von Wolfgang Herrndorf in diesem Jahr, in dem post mortem Texte von Herrndorf, die er in genau diesem Forum postete, gesammelt wurden, erlebt das Forum nun einen neuen Aufschwung. Die Internetplattform widmet sich situativen Texten, die von Begegnungen mit Prominenten handeln. Die Erzählungen sind dabei sehr verschieden in Inhalt und Stil: skurrile Texte, einzelne verschriftlichte Gedankensplitter, Passagen, die einem zum Lachen bringen und sicher auch die ein oder andere urbane Legende sammeln sich auf der Website Wir höflichen Paparazzi.

 

Fundstück: Märchen in winterlich-weihnachtlicher Umgebung

Auf dem Essener Weihnachtsmarkt können Jung und Alt Märchen in winterlicher Atmosphäre genießen Bild: CCO pixabay

Wer den Essener Weihnachtsmarkt in der Nähe der Marktkirche besucht, begibt sich auf eine Zeitreise. Wenn einem der Duft von Honigwein und frischgebackenem Brot in die Nase steigt und das Singen eines Barden erklingt,ist man auf dem Essener Mittelaltermarkt angekommen. Hier bieten Händler in mittelalterlichen Gewändern ihre Waren feil: Neben allerlei handgemachten Produkten über Holzschwerter, Stoffe und Felle bekommt man hier alles, was das Ritterherz begehrt. Für das kulinarische Wohl sorgen mehrere Stände, an denen Met, Bier und Glühwein so wie leckere (mittelalterliche) Imbisse         verzehrt werden können.

Wer jetzt denkt, dass es auf dem Essener Mittelaltermarkt nichts Weiteres zu genießen gibt, der irrt. Jeden Dienstag und Donnerstag werden auf dem Markt von 10:30 bis 14:30 Uhr Märchenklassiker wie Schneewittchen und der Froschkönig für Kinder zum Besten gegeben. Doch auch für die Eltern ist gesorgt: abends ab 19:00 Uhr liest Friedmann Vietor Märchen wie z.B Das dornige Röschen, eine erwachsene Version des Dornröschens, vor. Diese neu erdachten Märchen nutzen die Vorlage der Gebrüder Grimm und fügen diesen mit einem Augenzwinkern eine Menge Humor hinzu. Der Eintritt ist kostenfrei, man sollte sich jedoch beeilen, da es nur wenige Plätze gibt.

Fundstück: Neue Möglichkeiten für Selfpublisher mit Story.one

Veröffentliche deine eigene Storys und Teile sie mir anderen. Story.one: Screenshot-Website.

Story.one ist die „Neue Freiheit des Schreibens und Duplizierens“ – doch was steckt dahinter? Das Konzept des Anbieters ermöglicht Selfpublisher ohne großen Aufwand ihre Geschichten zu veröffentlichen. Dabei liegt der Fokus auf sogenannten „Storys“, denn kein Text sollte länger sein als 2.500 Zeichen – für angehende Romanautoren etwas zu knapp bemessen. Aus zehn verfassten Storys kann ein Buch entstehen. Dies kann die Autoren für Freunde, Familie, Buchhandel oder nur sich selbst produzieren lassen. Nicht nur der Zugang zu einer möglichen Leserschaft soll geschaffen werden, sondern auch ein Austausch mit anderen Autoren, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Die Website ist übersichtlich gestaltet und ermöglicht jedem Zugang zu einer Autorenschaft. Hannes Steiner und Martin Blank gründeten diese Plattform, um all die Storys zu veröffentlichen, die im Verlag keinen Platz finden. Finanzielle Vergütung für die publizierten Storys, die auf einer wahren Begebenheit beruhen müssen, gibt es zunächst nicht. Erst wenn die UserInnen ein Buch fertig gestellt haben (welches aus zehn Storys besteht), können sie sich dafür entscheiden, das Buch auch im Handel anzubieten. Eine Veröffentlichung erfolgt als Hardcover. Die auf dieser Plattform entstandenen Bücher sind nie länger als 80 Seiten und werden on demand gedruckt.

Fundstück: 26. open mike

Bild: Preisträgerin Lara Rüter liest aus Gedichte, CCO Mirko Lux

Am 17. und 18.11.2018 fand der 26. open mike im Haus der Poesie, vorher Literaturwerkstatt Berlin, in der Hauptstadt statt. Der open mike ist der bekannteste Literaturwettbewerb, der die schriftstellerische Nachwuchsförderung in den Fokus stellt. Auf der Website des Kulturhauses wird er als „Wettbewerb für junge deutschsprachige Prosa und Lyrik“ betitelt. Seit 1993 bietet er jungen Schreiber*innen eine Bühne, auf der sie sich literarisch entfalten können. 20 aus 500 Einsendungen ausgewählte Autor*innen trugen in diesem Jahr ihre Texte vor, von denen vier ausgezeichnet wurden. Den Prosa-Preis erhielt Yade Yasemin Önder für bulimieminiaturen, Lyrik-Preise gingen an Kyrill Constantinides Tank für alles ὕλη nix είδος sowie Lara Rüter für Gedichte. Der Preis der taz-Publikumsjury wurde an Caren Jeß für Die Ballade von Schloss Blutenburg überreicht. Alle Preise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert. Auch in diesem Jahr waren Studierende der Universität Duisburg-Essen vor Ort, um sich die Veranstaltung anzuschauen und im Nachhinein darüber zu berichten. Wer mehr über das jährliche Kultur-Event erfahren möchte, kann sich dem begleitenden open mike Blog widmen.

Fundstück: Die Klassiker der Literatur ab jetzt auch in Jugendsprache erhältlich

Friedrich von Schiller. Bild: pixabay

Ehrenmann/ Ehrenfrau ist das Jugendwort 2018. Festgelegt wurde es auch dieses Jahr vom Langenscheidt-Verlag, der das ausgewählte Wort aus der Jugendsprache mit im Duden aufnimmt. Der Stark Verlag knüpft daran an und hat sich zum Ziel gesetzt seine junge Leserschaft für klassische Literatur zu begeistern. Seit 1976 begleitet der Verlag Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch ihre nervenaufreibende Schulzeit. Dabei stehen die Bedürfnisse der Lernenden im Fokus, so entstand die Social-Media-Kampagne die Schiller, Goethe und Co. für Jugendliche im Netz präsent machen soll. Die Übersetzung in Jugendsprache verwandelt den Satz „Kein Bündnis ist mit dem Gezüchte der Schlangen“ aus Schillers „Maria Stuart“ in den durchaus eingängigen Slogan „Hör auf zu snitchen, du 31er“. Auf den ersten Blick erscheint jedoch weder das eine noch das andere wirklich leicht verständlich. Unterschiedliche Motive werden als Google-Anzeige über Facebook, Instagram, Youtube und Snapchat Schüler und Schülerinnen angezeigt, um ihr Interesse für die klassischen Werke zu wecken. Die angeworbenen Dichter und Autoren sowie ihre Figuren und Geschichten werden auf der Stark-Fanseiten rezipientengerecht vorgestellt.