Fundstück: Woche der unabhängigen Buchhandlungen

Die Woche der unabhängigen Buchhandlungen lädt zum gemeinsamen Feiern ein. Bild: www.wub-event.de

In den vergangenen Jahren hat Digitur immer wieder von der Woche unabhängiger Buchhandlungen berichtet – vom 4. bis 11. November geht die Veranstaltung in die nächste Runde. Seit 2014 feiern in Deutschland unabhängige, inhabergeführte Buchhandlungen gemeinsam mit Kolleg/innen und Kund/innen ihr Bestehen, die Werte, die sie vermitteln, die Liebe zu Büchern, aber auch die kulturelle Vielfalt und hochgradige Kreativität, die ihr Arbeitsumfeld mit sich trägt. Initiator der Aktion ist David Mesche, Mitinhaber der BUCHBOX!-Buchhandlungen in Berlin. Gemeinsam mit seinem ambitionierten Organisationsteam sowie den teilnehmenden Buchhandlungen lädt er zu vielseitigen Veranstaltungen rund um das „unabhängige“ Buch ein – neben Lesungen, Schreibwettbewerben, Workshops und einer Party, können sich Teilnehmer/innen auf die Wahl des Lieblingsbuchs der Unabhängigen freuen. Die Shortlist wird am 26. September veröffentlicht.

Zwischen Gucci und Prada – das Buch

Unzählige Bücher auf der Kö. Foto: Joanna Meißner CCO

Auf der Kö in Düsseldorf reihte sich eine Bücherkiste an die andere. Darunter nicht nur Goethe und Schiller, sondern auch die aktuellsten Bestseller. Ein recht ungewöhnlicher Anblick für diese Straße, auf der sich normalerweise Shopping-Wütige von einem Laden in den nächsten schieben. Allerdings sind Bücherstände für die Besucher der Königsallee nicht gänzlich ungewohnt, denn auch in diesem Jahr fand der 31. Bücherbummel statt. Vom 8. bis zum 11. Juni dreht sich auf der Kö nicht alles nur um Gucci und Prada. Die Literatur bekommt für kurze Zeit eine Aufenthaltsgenehmigung. Weiterlesen „Zwischen Gucci und Prada – das Buch“

Fundstück: Verbotene Bücher bei der documenta

„The Parthenon of Books“ in Kassel während den Bauarbeiten. Bild: Pixabay CCO

Die Verwandlung von Franz Kafka, 1984 von George Orwell und Harry Potter von Joanne K. Rowling haben eines gemeinsam, sie stehen auf der Liste einst oder aktuell verbotener Bücher. Es ist erschreckend, wie viele Bücher weltweit einer Zensur unterliegen. Die argentinische Künstlerin Marta Minujin rief vor Monaten zu einer Spende dieser Werke für ihr Kunstwerk The Parthenon of Books auf, das derzeit mit rund 100.000 Büchern in Kassel am Friedrichsplatz nach dem Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis erbaut wird. Ein Denkmal, das nicht nur an die Bücherverbrennung im Nationalsozialismus erinnern soll, sondern vor allem ein Zeichen gegen Zensur und die Verfolgung von Schriftstellern setzen soll. Dieses Kunstwerk ist Teil der 14. documenta, der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Mehr als 160 Künstler zeigen ihre Arbeiten bei der diesjährigen documenta, die erstmals an zwei Orten stattfindet: in Kassel vom 10. Juni bis zum 17. September, sowie in Athen vom 8. April bis zum 16. Juli 2017. Unter dem Arbeitstitel „Von Athen lernen“ stehend, leitet Adam Szymczyk die Ausstellung, bei der Themen wie Flucht, Finanzkrise und Widerstand verhandelt werden.

Fundstück: Die Freude am Buch

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss, hier als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen im vergangenen Jahr, wird beim Tübinger Bücherfest aus seinem Roman „Hogard“ lesen.
Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst

An diesem Wochenende findet in Tübingen zum zehnten Mal das Tübinger Bücherfest statt und beglückt seine Besucherinnen und Besucher bis Sonntag, 28. Mai 2017, mit zahlreichen Lesungen an ungewöhnlichen Orten. Ob im Garten des Evangelischen Stifts, im historischen Sitzungssaal des Rathauses oder im Gerichtssaal des Tübinger Landgerichts – Abwechslung ist bei den Lesungsorten genauso geboten wie auch bei den Autoren und Autorinnen. Neben bekannten Größen wie Lukas Bärfuss oder Feridun Zaimoglu liest unter anderem auch Philipp Winkler, der mit seinem Debütroman Hool für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 nominiert wurde. Persönlich wird es bei Hannelore Hoger, die vielen wohl besser als Kommissarin Bella Block aus dem ZDF bekannt sein dürfte: Zum ersten Mal erzählt sie in Ohne Liebe trauern die Sterne von ihrer Kindheit und Jugend und wie sie zur Schauspielerei kam. Gastland in Tübingen ist in diesem Jahr Frankreich, das dem diesjährigen Bücherfest auch sein Motto beschert: La Joie du livre – die Freude am Buch.

Mit Liebe gegen Hass im Netz auf der re:publica 2017

Die re:publica 2017 findet unter dem Motto "Love Out Loud" vom 8.-10 Mai in Berlin statt
Vom 8.-10. Mai findet in der STATION-Berlin in Kooperation mit der MEDIA CONVENTION Berlin die re:publica 2017 statt.
Foto: re:publica/Gregor Fischer (CC BY-SA 2.0)

Die 11. re:publica steht im Zeichen der Liebe. Unter dem Motto „Love Out Loud!“ richtet sich die Berliner Digitalkonferenz gegen Hate Speech im Internet. So reflektiert Carolin Emcke, Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, zur Eröffnung über Liebe und Empathie. Und Blogger Felix Schwenzel begibt sich mit Texten des Philosophen Erich Fromm auf die Suche nach mehr Menschenfreundlichkeit und Humanismus. Aber auch die Veränderungen der Liebesbeziehungen unter dem Einfluss von Tinder und Co bleiben nicht unbeachtet: Auf einer Tour d’Amour untersucht Friedemann Karig, wie wir lieben und fordert eine sexuelle Revolution 2.0. Zu den großen Themen der re:publica 2017 zählt auch das allseits bekannte Problem der kursierenden Fake-News. Darüber können die Gäste u.a. mit ZDF-Anchorman Claus Kleber auf der MEDIA CONVENTION diskutieren. Kenner der re:publica wissen aber, dass dies nur ein Bruchteil des riesigen Veranstaltungsangebots ist. Die Digitalisierung durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche und dies bildet das umfangreiche dreitägige Programm mit über 900 Speakern auf 20 Bühnen ab. So präsentiert z.B. der Automobilhersteller Daimler digitale Innovationen für die Mobilität von morgen und Innenminister Thomas de Maizière stellt sich in einem netzpolitischen Dialog Fragen zu Themen wie IT-Sicherheit und die Zukunft des Datenschutzes. Auch an die Blogger ist gedacht: Im Programmteil re:blog gibt Christian Bollert vom Onlineradio detektor.fm bspw. Tipps für die erfolgreiche Verbreitung von Podcasts und Thomas Weibel stellt sein Projekt 100 Sekunden – das Hörerlexikon vor. Eines zeigt schon dieser kleine Einblick: Es ist unmöglich überall dabei zu sein und manch einer schafft es vielleicht gar nicht in die STATION-Berlin. Doch auch für solche Fälle haben die Veranstalter vorgesorgt: Über Live-Streams lässt sich das Geschehen der Bühnen 1, 2, 6 und 7 mitverfolgen. Veranstaltungen auf anderen Bühnen werden aufgenommen und sind bald auf YouTube abrufbar. Darüber hinaus wird es Audiopodcasts geben, die zeitnah auf der re:publica-Website und iTunes veröffentlicht werden.

Torsten Seifert gewinnt den ersten Blogbuster-Preis

Tosten Seifert mit seinem Blogger-Paten Tilmann Winterling von 54books, Foto: Blogbuster
Torsten Seifert mit seinem Blogger-Paten Tilman Winterling von 54books, Foto: Blogbuster

In dieser Woche war es endlich so weit – im Literaturhaus Hamburg wurde erstmalig der Blogbuster-Preis verliehen. Aus 252 eingesendeten Manuskripten ging Torsten Seiferts Roman Der Schatten des Unsichtbaren über die Suche nach dem geheimnisvollen Autor B. Traven als Sieger des Literaturbloggerpreises hervor. Ins Rennen geschickt hatte den Text Blogger Tilman Winterling von 54books und bewies damit sein Gespür für herausragende Gegenwartsliteratur. Insgesamt 15 Literaturblogger hatten aus ihren persönlichen Favoriten eine Longlist erstellt, aus der eine Fachjury drei Finalisten auswählte und schließlich den Sieger ermittelte. Der Gewinnertitel wird nun von Klett-Cotta verlegt und auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vorgestellt.
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Alles steuert die Musik – Wenn die Kunst aus dem Netzwerkverteiler kommt

Damen und Herren des ChorWerk Ruhr
© Thomas Jauk, Stage Picture

Schauspielintendant Kay Voges inszeniert erneut eine Oper. Nach seinem viel diskutierten Operndebüt Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg und Der Freischütz an der Staatsoper Hannover geht er in Dortmund in die nächste Runde. Seit dem 23. April 2017 steht die Minimal Oper Einstein on the Beach von Robert Wilson und Philip Glass auf dem Spielplan. Musikalische Unterstützung bekommt der Regisseur dieses Mal vom ChorWerk Ruhr und Florian Helgath, der die musikalische Leitung übernimmt. Weiterlesen „Alles steuert die Musik – Wenn die Kunst aus dem Netzwerkverteiler kommt“

Fundstück: „Das Debüt“ – Preisverleihung mit Shida Bazyar und Philip Krömer

Logo Das Debüt 2016 – Bloggerpreis für Literatur
Das Debüt – Preisverleihung am 24.04.17

Den neuen Bloggerpreis des Literaturblogs „Das Debüt“ für das beste deutschsprachige Romandebüt des Jahres haben wir euch auf Digitur bereits vorgestellt. Am Montag, 24. April 2017, findet um 19.30 Uhr im Café Central International (Grillo-Theater) die feierliche Preisverleihung statt. Unter dem Motto „Momentum“ werden Shida Bazyar, die für ihren Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ den Debüt-Bloggerpreis 2016 erhielt sowie der Autor Philip Krömer, der mit „Ymir oder: Aus der Hirnschale der Himmel“ den zweiten Platz belegte, aus ihren Texten lesen. Zudem erwartet die Gäste ein Gespräch mit den AutorInnen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihres Schreibens. Weitere Informationen: Eintritt 6,60 Euro, Tickets: TicketCenter II. Hagen 2, 45127 Essen, 0201 8122-200 oder tickets@theater-essen.de.

Fundstück: #LitcampBN17

Premiere am 8. April: Das Literaturcamp in Bonn. Bild: http://literaturcampnrw.de/literaturcamp-nrwbonn/

„Wie kommt mein Roman etc. zum Verlag oder den Leserinnen und Lesern? Wie publiziere ich – als Selfpublisher in einem Literaturblog? Wird Print eher gelesen als das E-Book? Ist die Zukunft des Buches eher digital oder traditionell?“ Fragen über Fragen, die am heutigen Samstag, 8. April 2017, beantwortet werden: Zum ersten Mal findet in Bonn das Literaturcamp statt, wo ganz allgemein über Literatur diskutiert wird. BuchliebhaberInnen, AutorInnen, BloggerInnen und alle, die mit der Branche zu tun haben, können hier ihre eigenen Texte vorstellen, Ideen austauschen oder in Diskussionen Antworten auf schon lange gestellte Fragen finden. In Kooperation mit der Volkshochschule Bonn haben die ehrenamtlichen Organisatorinnen Christine Krauß (Autorin), Ute Lange (Journalistin) und Ursula Fuchs (Leiterin des Referats Information der Bevölkerung, Selbstschutz und Selbsthilfe) das BarCamp in den Räumen der VHS Bonn ins Leben gerufen. Tickets konnten im Vorfeld erworben werden, ein spontanes Vorbeischauen ist leider nicht möglich.
Die Digitur-Redaktion wünscht gutes Gelingen für die Premiere!

Unsere Highlights der LBM 17

LBM 17 – CosplayerInnen und Besucher
Unter den Buchmesse Besuchern erkennt man sofort die vielen Cosplayer in Verkleidung. Foto: Kristina Petzold CC-BY-NC

Wir sind nicht nur mit vollen Taschen zurück von der Leipziger Buchmesse, sondern haben auch jede Menge Entdeckungen, Eindrücke und Erkenntnisse rund um die neuesten Trends im digitalen Literaturbetrieb im Gepäck. Ein paar dieser Messe-Highlights haben wir hier zusammengefasst.

Cosplay: Buch-Traditionalisten im Elfen-Kostüm

Sie sind auf der LBM berühmt und berüchtigt: CosplayerInnen, die sich in Kostümen ihrer Lieblingsmanga- oder anime-Figuren auf der Leipziger Messe und vor allem der Manga Comic Con (MCC) tummeln. Während im letzten Jahr bereits 96.000 BesucherInnen zur MCC pilgerten, so stieg die Zahl in diesem Jahr noch einmal um knapp 10.000 Manga-Fans auf 105.000. Doch nicht jeder ist von dieser Entwicklung angetan, wie der kürzlich erschienene Artikel von SWR2-Kulturredakteur Carsten Otte zeigt. Dieser wünscht sich die Verbannung der „nackten Hasen“ und überhaupt dieses ganzen „Klamauks“ von der Messe. Die Buchmesse selbst reagiert gelassen und hält an ihrer Entscheidung fest, mit der MCC seit 2013 dem jungen und „lesefreudigen Publikum dieses florierenden Segments mehr Raum zu geben“. Die OrganisatorInnen der LBM seien stolz darauf, ein so vielfältiges Publikum anzusprechen.

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