Fundstück: Emojis für Blogleser

So können wir mit Emotify auf Blogposts reagieren. Screenshot: https://www.goemotify.com/
So können wir mit Emotify auf Blogposts reagieren. Screenshot: https://www.goemotify.com/

Emojis statt Kommentare: das kennen wir mittlerweile von sozialen Netzwerken wie Facebook. Nun soll es diese Funktion auch für Weblogs geben. Mit Emotify haben User die Möglichkeit, ihre Reaktion auf Blogbeiträge über Emojis auszudrücken. Die Idee dahinter ist, dass dies unmittelbarer ist als das Verfassen eines Kommentars. Den NutzerInnen sollen weitere Beiträge, die zu der Stimmung passen, empfohlen werden. Für Blogger verspricht der Anbieter den Vorteil, dass die Reaktionen der LeserInnen besser analysiert werden können und so neue Einsichten in das Leseverhalten der User offenbaren. Bisher ist Emotify als kostenlose Beta-Version erhältlich, nach der Testphase soll das Tool jedoch kostenpflichtig werden.

Roboter auf Twitter: Zwischen Literatur und Meinung

Mit demTuring-Test kann eine Person durch das Stellen von Fragen herausfinden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Für Socialbots gibt es noch keine eindeutige Methode, die Maschine zu entlarven. Bild: CC BY-SA 3.0 Hugo Férée
Mit dem Turing-Test kann eine Person durch das Stellen von Fragen herausfinden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Für Socialbots gibt es noch keine eindeutige Methode, die Maschine zu entlarven. Bild: CC BY-SA 3.0 Hugo Férée

Können Maschinen Literatur schreiben? Schaut man sich die Vielzahl der literarischen Twitterbots an, lautet die Antwort: ja. Bots sind Accounts auf Twitter, hinter denen sich kein Mensch, sondern eine Software verbirgt, die automatisch twittert, retweetet oder anderen Usern folgt. Manche Twitterbots sind praktisch. Einige Zeitungen beispielsweise nutzen Twitterbots zum automatischen Retweeten von Nachrichten zu bestimmten Themen. Andere Twitterbots machen Literatur: Da gibt es den @JustToSayBot, der das Gedicht „This is just to Say“ von William Carlos Williams stündlich in Variationen mit zufälligen Wörtern twittert, oder den Bot, der Schneeballgedichte generiert, um nur zwei Beispiele zu nennen. Seit es Computer gibt, gibt es auch Versuche, literarische Texte von Algorithmen schreiben zu lassen. Vor allem mit dem Aufkommen der digitalen Literatur in den 1990er Jahren wurde diese Idee in Form von Lyrik-Generatoren in die Realität umgesetzt und hinterfragte damit das Verständnis von Autorschaft und Originalität. Weiterlesen „Roboter auf Twitter: Zwischen Literatur und Meinung“

Fundstück: Das Kriminalspiel „Her Story“

Diesen Sommer ist das Computerspiel „Her Story“ von Entwickler Sam Barlow erschienen. Das Spiel ist eine interaktive Kriminalgeschichte mit klassischem Thema: ein Mann wurde umgebracht, die Ehefrau wird verdächtigt. Die Erzählweise jedoch ist alles andere als klassisch. Die Spieler bekommen eine kurze Filmsequenz zu sehen, in der die Verdächtige verhört wird. Durch eingeben von Begriffen in eine Suchmaske, beispielsweise Namen, die die Verdächtige nennt, können die Spieler auf weitere Videos zugreifen. So müssen sie nach und nach die Puzzelteile des Mordfalles zusammensetzen. Der Clou: Es gibt keine Lösung. Das Spiel hat kein Ende und keine vorgegebene Abfolge. „Her Story“ ist damit eine Weiterentwicklung der in den 90ern populären „Hyperfictions“, nicht-lineare Erzählungen, denen die Leser am Computer über Links folgen konnten.

Der digitale Zeitungskiosk

CC BY-NC-SA 4.0 Ina Westermann
CC BY-NC-SA 4.0 Ina Westermann

Man gehe in seinen Lieblingskiosk, wähle eine Zeitschrift aus, reiße den Feuilleton-Teil heraus, wähle eine weitere und entferne die Sportseiten, suche eine dritte aus, der man die Kolumne entreiße. Was in der realen Welt wohl für schräge Blicke und mit Sicherheit für Wutanfälle seitens des Kioskbesitzers sorgen würde, ist in der digitalen Welt möglich und könnte bald zu einer neuen Form des Zeitunglesens werden. Denn vor knapp zwei Monaten startete der digitale Zeitungskiosk „Blendle“ in Deutschland.

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Fundstück: Sicher im Bücherregal

Eine ganze Bibliothek findet Platz im E-Book-Reader CC0 1.0
Eine ganze Bibliothek findet Platz im E-Book-Reader
CC0 1.0

E-Books sind in vieler Hinsicht praktisch. Sie ermöglichen es den Lesern, in kürzester Zeit auf eine Menge Inhalte zuzugreifen. Mit ein paar Klicks können Bücher einfach heruntergeladen werden. Die Anbieter haben so ebenfalls die Möglichkeit, ihre Inhalte schneller zu verbreiten. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Die Anbieter können die Texte ebenso schnell wieder zurückziehen und werden somit die Instanz dafür, was gelesen werden darf und kann. Mit diesem Problem beschäftigte sich der Künstler Jesse England in seinem Projekt „E-Book backup“. Er kopierte seine elektronische Ausgabe von George Orwells „1984“ vom E-Book-Reader ab und ließ sie als Buch drucken. Das physisch existente Buch soll so zur Sicherung der digitalen Version dienen. Auslöser dafür war ein Vorfall im Jahre 2009, als Amazon die E-Book-Version von George Orwells „1984“ aus rechtlichen Gründen zurückzog, auch von den Kindle-Nutzern, die das E-Book schon erworben hatten.

Fundstück: Bücherbäume

Das Bewusstsein um die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen wird immer wichtiger. Das dachte sich auch der argentinische Verlag Pequeno Editor und veröffentlichte ein Bilderbuch, das schon den jüngsten LeserInnen das Thema Nachhaltigkeit näher bringt. „Mi Papá Estuvo en la Selva,” (“My Dad went to the Jungle”), so der Titel des Kinderbuches, erinnert daran, dass auch für die Herstellung von Büchern Bäume gefällt werden müssen. Nicht nur inhaltlich befasst sich das Buch mit den Problemen der Papierherstellung. Die LeserInnen können selbst einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, denn das Buch lässt sich einpflanzen: in den Seiten befinden sich Samen des Jacaranda-Baumes. Zudem ist das Papier säurefrei und mit ökologischer Tinte bedruckt.