„Wir fahren stundenlang Zug, um 5 Minuten auf der Bühne zu stehen“

Digitur_Rainer Holl_Poetry Slam_Digitalisierung (c) Spoken Word Poetry Club
Rainer Holl – Automatopoet, Poetry Slammer und Autor. Bild: © Spoken Word Poetry

Das ist es, was das Format Poetry Slam ausmacht: Die direkte Interaktion mit dem Publikum, von Angesicht zu Angesicht, unmittelbar festzustellen, wie die eigenen Texte ankommen. Dazu gehört eine Menge Mut; Mut, der uns in der heutigen Zeit oft fehlt, weil die immer anonymer werdende Kommunikation eine direkte Konfrontation vermeidet. Das Format Poetry Slam fungiert als eine Art Gegenentwurf dazu und vielleicht ist gerade das der Grund für seinen Erfolg.

Trotz allem können sich auch Poetry Slammer der Digitalisierung nicht gänzlich entziehen – und wollen das auch gar nicht. Ein Interview mit dem Poetry Slammer Rainer Holl über digitale und soziale Medien, die damit verbundenen Veränderungen und wie Poetry Slam und die Digitalisierung zusammenpassen und einander sogar nutzen können.

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Fundstück: Lukas Bärfuss als Poet in Residence

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist diese Woche als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen zu Gast, Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst
Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist diese Woche als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen zu Gast. Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst

Die vor mehr als vierzig Jahren ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Poet in Residence“ gilt längst als Institution an der Universität Duisburg-Essen. In dieser Woche ist der Schweizer Autor Lukas Bärfuss zu Gast in Essen, der sich damit in die Liste namhafter Autoren einreiht, zu der u.a. Literatur-Größen wie Martin Walser, Bernd Jaumann, Friedrich Ani, Kathrin Röggla, oder im vergangenen Wintersemester Klaus Modick, zählen.

In seiner Vortragsreihe Credo, die an Das Credo eines Dichters von Jorge Luis Borges angelehnt ist, spricht Bärfuss noch bis Mittwoch u.a. „über den literarischen Anspruch, über die Faulheit, die jedem Anspruch im Wege steht und (…) ferner über die Frage, wie der Klang zum Inhalt steht.“ Abschließend wird der Autor am Donnerstag aus seinem Roman Koala lesen, für den er u.a. mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Die Lesung findet um 18 Uhr im Casino an der Universität statt (Reckhammerweg 3).

Fundstück: 13. Book’n’Ball-Cup in Köln

Passend zur Fußball-EM findet am 11. Juni der Book'n'Ball-Cup statt, Bild: CC BY-SA 4.0 Carolin Terhorst
Passend zur Fußball-EM findet am 11. Juni der Book’n’Ball-Cup statt, Bild: CC BY-SA 4.0 Carolin Terhorst

„Fußball und Bücher? Wie passt das denn zusammen?“, werden sich einige sicherlich fragen. Zugegeben: Die Kombination ist eher ungewöhnlich, doch der Book’n’Ball-Cup findet in diesem Jahr schon zum 13. Mal statt.

Passend zum Start der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich veranstalten die beiden Kölner Verlage Kiepenheuer & Witsch und Bastei Lübbe am 11. Juni 2016 auf den Jahn-Wiesen hinter dem Stadion des 1. FC Köln das Kleinfeldturnier. Bis zum 30. April können sich Mitglieder aus der Buchbranche anmelden, ob Verleger oder Buchhändler, Hauptsache fußballbegeistert, denn bei der „Inoffiziellen Deutschen Fußball-Meisterschaft der Buchhandlungen und Verlage“ geht es hauptsächlich um Spaß.

Alle weiteren Informationen gibt es bei Esther Madaler (esther.madaler@luebbe.de) oder Reinhold Joppich (reinhold.joppich@t-online.de).

Licht am Ende des Tunnels – Das Projekt Buchlichter

Buchlichter bietet Beratung beim Kauf von E-Books für Kinder und Jugendliche. Bild: CC BY-NC-ND Jonas Tana
Buchlichter bietet Beratung beim Kauf von E-Books für Kinder und Jugendliche. Bild: CC BY-NC-ND Jonas Tana

„Kann ich Ihnen helfen?“, fragt eine freundliche Buchhändlerin einen Vater, der offensichtlich verzweifelt vor schier endlosen Bücherregalen steht. „Gerne!“ Erleichterung macht sich breit, die Verkäuferin berät und tut ihr Bestes, damit der Vater schlussendlich das passende Buch für sein Kind in den Händen hält.

Auf diese Weise funktionieren Beratung und Verkauf im stationären Buchhandel, doch beim Bücherkauf im Internet sieht die Welt ganz anders aus: Das persönliche Gespräch und vor allem die kompetente Beratung fehlen.Natürlich könnte man sich auf die Kommentare bei Amazon verlassen, nur Bücher der einschlägig bekannten Kinderbuchautoren kaufen oder eben weiterhin ausschließlich im stationären Buchhandel einkaufen. „Das muss doch nicht sein!“, dachten sich wohl Anna Karina Birkenstock und Caspar Armster, als sie die Idee zu ihrem Projekt Buchlichter hatten.

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